Donnerstag , 22. Oktober 2020
Steffen Gärtner wird sein Mandat als Kreistagsabgeordneter niederlegen. Gestern nahm er noch an der Sitzung des Wirtschaftsausschusses im Michaeliskloster teil. Zum Abschied hatte ihm Ausschussvorsitzender Achim Gründel eine Rotbuche geschenkt. Foto: dth

Der jüngste Bürgermeister

Reppenstedt. Im Alter von 24 Jahren war er 2014 in Südergellersen zum ehrenamtlichen Bürgermeister gewählt worden, seinerzeit der jüngste im Landkreis. Jetzt ha t Steffen Gärtner (CDU) mit 28 Jahren die Direktwahl um den Samtgemeindebürgermeister-Posten in Gellersen gewonnen und wird damit der jüngste hauptamtliche Verwaltungschef in der Region. Im LZ-Interview erklärt Gärtner, wie er sich auf den neuen Job vorbereitet.

Herr Gärtner, Sie sind relativ jung für so einen Spitzenjob in der kommunalen Verwaltung. Ist das eher Fluch oder Segen?
Steffen Gärtner: Weder noch. Ich finde, man sollte die Qualifikation und die Eignung, sich für seine Samtgemeinde zu engagieren, nicht am Alter festmachen, sondern an den Ideen und Standpunkten. Ich denke, das war im Wahlkampf auch aus Sicht der Wählerinnen und Wähler entscheidend.

Welchen Fehler werden Sie im Hauptamt nicht machen, den Sie als Gemeindebürgermeister begangen haben?
Also erstmal war das Ehrenamt als Gemeindebürgermeister eine gute Gelegenheit, Erfahrungen zu sammeln. Da habe ich gelernt, dass das keine Tätigkeit von 8 bis 16 Uhr ist, sondern man auch abends noch im Supermarkt von Bürgern angesprochen wird und man ein offenes Ohr für ihre Anliegen haben muss. Und ich habe gelernt, wie man Projekte im Dialog entwickeln kann. Zu den Fehlern … also … ich werde mich auf jeden Fall davor hüten, Schnellschüsse zu machen, zu denen man vielleicht im jugendlichen Leichtsinn geneigt hat. Und auch bei der Personalführung habe ich Erfahrungen gemacht.

Wenn Sie jetzt das Amt antreten, wird Sie ihr Vorgänger Josef Röttgers krankheitsbedingt wohl kaum einarbeiten können. Und die Stellvertreterin und Bauamtsleiterin Susanne Stille, die den Betrieb am Laufen gehalten hat, geht bald in den Ruhestand. Wie wollen Sie das kompensieren?
Frau Stille wird uns noch einige Monate erhalten bleiben. Es wird meine Aufgabe sein, soviel Kenntnisse aufzusaugen wie möglich, bevor uns der Sachverstand personell abhanden kommt. Und ein neuer Bauamtsleiter ist auch schon verpflichtet, der noch etwas Zeit hat, von Frau Stille zu lernen.
Schon vor meinem offiziellen Amtsantritt wird man mich hier und da im Rathaus sehen. Ich plane am Donnerstag, mich den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Verwaltung vorzustellen. Danach will ich mich in einer Fachbereichsleiterrunde bei den aktuellen Projekten auf Stand bringen lassen. Und am Freitag werde ich für Gellersen an der HVB-Runde (Arbeitskreis der hauptamtlichen Verwaltungschefs im Landkreis: Anmerkung der Redaktion) teilnehmen.

Wann wird Ihr erster voller Arbeitstag im neuen Amt sein und welches Projekt werden Sie als erstes angehen?
Ich habe mich mit meinem bisherigen Arbeitgeber so geeinigt, dass ich ab dem 8. Juli der Samtgemeinde Gellersen zu 100 Prozent zur Verfügung stehen werde.
Als erstes werde ich mich um den Glasfaser-Ausbau in der Gemeinde Reppenstedt kümmern. Da bedarf es einer Kommunikationsstrategie, um den Bürgern zu vermitteln, wie da der aktuelle Projektstand ist und wie es weitergeht.

Von Dennis Thomas