Freitag , 23. Oktober 2020
Malin Gerdau und Lea Hahn von der IGS aus Winsen informieren sich bei Thomas Schulz über die verschiedenen Karrieremöglichkeiten bei der Bundeswehr. Foto: t&w

Jugendliche suchen Traumjob

Bienenbüttel. Die zehnte nordjob Messe in Bienenbüttel startet mit einer Premiere: Wegen eines Wasserschadens am Dach der Ilmenauhalle musste der Veranstalter der Jobmesse, das Institut für Talententwicklung Nord GmbH, in diesem Jahr erstmals auf ein Zelt ausweichen. Besucherzahlen musste die zweitägige nordjob deshalb jedoch nicht einbüßen: 52 regionale und überregionale Aussteller sind dabei, um 1600 Schülerinnen von 34 Schulen hinsichtlich ihrer Berufswünsche zu beraten und als potenziellen Nachwuchs kennenzulernen. „Im Vorfeld wurden 2711 Gesprächstermine vereinbart, rund 1000 mehr als im letzten Jahr“, freut sich Dörthe Behnke, die Projektleiterin der Messe. „Die festen Gesprächstermine zu je 20 Minuten bieten eine hervorragende Möglichkeit, Kontakte für die Zukunft zu knüpfen.“

1000 Gesprächstermine mehr als im Vorjahr

Ungewöhnlich hoch sei mit 61 Prozent dieses Mal die Zahl der Besucher, die das Abitur anstrebten. „Dafür hat sich an den populärsten Berufen nichts geändert: Ganz vorne mit dabei sind Polizeikommissar, Notfallsanitäter, Zollbeamter, Bankkaufmann und Erzieher. Mit 370 im Vorfeld vereinbarten Terminen besteht an der Bundeswehr als Arbeitgeber das meiste Interesse“, so Behnke. Das wundert Stabsfeldwebel Gerrit Sode, den Leiter des Bundeswehr-Messestandes nicht. „Die Bundeswehr ist durch ihre Vielfältigkeit attraktiv. Wir bieten allein 40 zivile Ausbildungsberufe an, welcher Arbeitgeber kann das von sich behaupten?“ Bei den Messen wolle man vor allem auch Frauen für die Bundeswehr interessieren. „Momentan sind bei uns rund 17 Prozent Frauen. Wir hätten gerne mehr.“ Natürlich freue er sich, auch junge Leute für eine militärische Laufbahn zu begeistern, „aber das empfehlen wir hier nicht den 15-, 16-, 17- Jährigen. Um so eine Entscheidung zu treffen, braucht es etwas mehr Lebenserfahrung.“ Der 17-jährige Mirko aus Drage interessiert sich aus freien Stücken seit Längerem für eine Offizierskarriere und lässt sich von Sode und seinen Kollegen beraten. Ihm schwebt ein Ingenieursstudium bei der Bundeswehr vor. „Ich wünsche mir einen abwechslungsreichen Arbeitsplatz mit Verantwortung, bei dem ich geistig und körperlich gefordert bin.“

Großes Interesse an Karriere bei der Bundeswehr

Pro Bundeswehr spricht für ihn auch die finanzielle Unabhängigkeit. „Meine Eltern können mich nicht ausreichend unterstützen, ein langes Universitätsstudium zu bezahlen, fehlte ihnen gerade noch.“ Mirko weiß aber auch, dass eine Karriere bei der Truppe ziemlich sicher mit einem Auslandseinsatz einhergehen würde. „Meiner Mutter und meinen Großeltern würde das nicht gefallen“, weiß der Elftklässler. Ein Jahr hat er noch Zeit, um sich zu entscheiden, dann starten die Assessmentcenter noch knapp ein Jahr vor seinem Abitur. Sode: „Uns fehlen Fachkräfte, wie anderen Unternehmen auch. Am liebsten ist es uns, sie selbst auszubilden. Wir sind bei der nordjob dabei, seit es sie gibt und es hat sich immer gelohnt.“

Zufrieden ist auch Anja Gaes aus der Personalabteilung des Deutschen Roten Kreuzes. „Wir hatten viele gute Gespräche mit potenziellen Bewerbern und heute vormittag sogar schon die erste Bewerbungsmappe auf dem Tisch. Wir haben vor allem Probleme, Nachwuchs im Bereich Pflege zu finden und versuchen, ein veraltetes Bild aufzubrechen.“

Von Lea Schulze