Donnerstag , 1. Oktober 2020
Larissa Zagel (vorne rechts) hat zum SoulFood eingeladen, bei dem gemeinsam gekocht wird. Foto: t&w

„Niemand wird mit der Bibel erschlagen“

Lüneburg. Gemeinschaft, Gastfreundschaft, Glauben: Dafür steht das Café des CVJM Lüneburg in der Finkstraße 4. Fast täglich treffen sich hier junge Menschen, um beim Kaffee zu plaudern, zu Koch- und Spielabenden oder auch zu Live-Konzerten. Am Donnerstag, 6. Juni, feiert der CVJM seinen 175. Geburtstag. Die Lüneburger beteiligen sich daran mit einem Geburtstagsfest, zu dem sie in das Jugendcafé einladen.

30 Mitglieder in Lüneburg

Der Christliche Verein Junger Menschen, wie der CVJM heißt, hat nach eigenen Angaben weltweit mehr als 50 Millionen Mitglieder. In Lüneburg sind es aktuell etwa 30, doch durch die Arbeit vor Ort erreicht der Verein um die 400 Jugendliche im Landkreis. „Zu jedem Event kommen ganz verschiedene Menschen“, sagt Larissa Zagel, Jugendreferentin des CVJM Lüneburg. So würden zu den Jugendgruppen meistens dieselben Jugendlichen kommen, die auch einen starken Bezug zum christlichen Glauben haben. Zum monatlichen Kochabend, dem „SoulFood“, würden aber immer mal wieder Neulinge dazustoßen – nicht alle von ihnen sind besonders gläubig.

Bei diesen SoulFood-Abenden teilen Zagel und ihr Kollege Julian Winter nach dem Kochen einen „Gedanken“ mit den Anwesenden. Diese Gedanken hätten zwar immer einen christlichen Hintergrund oder vermitteln christliche Werte, aber jeder könne aus den vorgetragenen Gedanken seine eigenen machen, meint Zagel. „Unser Ziel ist es, eine Sprache zu sprechen, die auch Menschen verstehen, die noch keinen Zugang zum Glauben gefunden haben“, verdeutlicht Zagel. Bei SoulFood würden sie deshalb nicht einfach Bibelverse oder Psalme vorlesen, sondern ihre eigene Gedanken dazu vortragen. „Es ist schön, wenn im Anschluss an den Impuls noch weiter darüber diskutiert und gesprochen wird“, meint der 21-jährige Julian Winter.

Ungezwungenheit als Trumpf

„Das Café ist ein Ort, an dem junge Menschen zusammenkommen können und miteinander schöne Dinge erleben“, sagt Zagel. Gleichzeitig biete es auch eine Chance, den Glauben zu vermitteln, „ohne jemandem etwas überzustülpen.“ Diese Ungezwungenheit komme auch bei den Besuchern gut an: „Der Glaube spielt hier im Miteinander eine große Rolle“, findet die 22-jährige Anne-Prisca Sommerfeldt: „Darin, wie wir uns gegenseitig begegnen. Aber hier wird man nicht mit der Bibel erschlagen, sobald man den Raum betritt.“ Auch die Gastfreundschaft und Gemeinschaft lassen viele junge Menschen immer wieder kommen: „Als ich neu nach Lüneburg gezogen bin, war ich zum ersten Mal hier. Das Café ist eine super Möglichkeit, um neue Leute kennenzulernen und diese auch wiederzutreffen“, sagt Sabine Wiese (26).

Von Lilly von Consbruch

Der Treffpunkt

Essen und Musik

Die Geburtstagsfeier am Donnerstag soll so aussehen, wie es typisch sei für den Lüneburger CVJM, sagt Larissa Zagel: „Viel Essen, gute Musik und eine entspannte Atmosphäre.“ Jeder ist eingeladen, ab 16 Uhr in die Finkstraße 4 zu kommen, um bei Live Musik, Spielen und Grillen zu feiern und miteinander ins Gespräch zu kommen. Das Café ist grundsätzlich dienstags und freitags von 15 bis 19 Uhr für Besucher geöffnet. Donnerstags verwandelt sich das Jugendcafé von 14.30 bis 17.30 Uhr in ein Eltern-Kind-Café.