Freitag , 7. August 2020
Nach dem Brand war der Dachstuhl ein verkohltes Gerippe. Foto: t&w

Heiligengeiststift wird zur Baustelle

Lüneburg. Gut sieben Wochen nach dem Feuer im Heiligengeiststift laufen die Sanierungen auf Hochtouren. Schon von der Straße aus ist zu sehen, dass der verkohlte Dachstuhl weitgehend abgetragen ist. Die Giebel seien gesichert worden, berichtet Maja Lucht von der städtischen Gebäudewirtschaft: „Das Gebäude wird aktuell bis auf den Rohbau entkernt. Parallel konnten jetzt Architekt und Fachplaner beauftragt werden. Damit starten jetzt die konkreten Planungen für den Wiederaufbau.“

Wenn der Schaden aufgenommen und die Planungen abgeschlossen sind, will die Verwaltung im kommenden Frühjahr die Gewerke ausschreiben. Das Ziel: Im April 2022 werden die Handwerker fertig. Das spielt auch aufgrund der Verträge mit den Versicherungen eine Rolle.

Bewohner haben Alternativen gefunden

Wie berichtet, hatte mit hoher Wahrscheinlichkeit ein eingeschalteter Herd in der Wohnung eines Mieters Mitte April zu dem verheerenden Brand geführt. Den Sachschaden im mittelalterlichen Bau hatte die Stadt damals auf mehr als drei Millionen Euro geschätzt. Doch ob das reicht, ist nicht klar. Genaueres kann die Verwaltung erst nach Abschluss der Schadensaufnahme und Planungen sagen.

Die Bewohner hätten inzwischen alle Alternativen gefunden, einige allerdings erst zum 1. Juli, berichtet Stadtpressesprecherin Suzanne Moenck. Die bestehenden Mietverträge blieben bestehen, wer wolle, könne später zurückkehren.

Ritterstraße bleibt aus Sicherheitsgründen gesperrt

Autofahrer, Radler und Fußgänger müssen weiterhin Umwege in Kauf nehmen, denn die Ritterstraße bleibt aus Sicherheitsgründen gesperrt. Dort ist ein Giebel abgestützt. Maja Lucht erklärt: „Es lässt sich nicht anders lösen, denn wir brauchen die Zufahrt dort für die Baustelleneinrichtung.“ Damit könne gewährleistet werden, dass nicht der Schulhof der Grundschule in Beschlag genommen werden muss, sondern den Schülern weiter zur Verfügung steht.

In der Schule, in der ebenfalls zwei Räume durch das Löschwasser beschädigt wurden, laufen aktuell ebenfalls Rückbauarbeiten. Hier werden unter anderem die Böden und Decken komplett ausgetauscht. Diese Arbeiten sollen in den Sommerferien abgeschlossen werden.

Aufgrund der Sanierungsarbeiten hat der Senioren- und Pflegestützpunkt seine Büros in die Schröderstraße 16. verlagert. Das Team ist weiterhin erreichbar unter (04131) 3093717. ca

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