Mittwoch , 28. Oktober 2020
Die Sparkasse will sich von ihrem Bürogebäude im Lünepark trennen. Foto: t&w

Neues Projekt im Lünepark

Lüneburg. Die Sparkasse trennt sich von einem Verwaltungsgebäude im Lünepark. Der Verwaltungsrat hat am Mittwochnachmittag beschlossen, den Komplex an der Konrad-Zuse-Straße neben dem VGH-Trakt zu verkaufen. Das bestätigte Unternehmenssprecherin Jana Twesten. Zum Verkaufserlös machte sie keine Angaben.

Reaktion auf die Flexibilisierung

Die Sparkasse reagiere damit auf einen Wandel, der auch von den Beschäftigten gewünscht sei: Mehr Teilstellen und das Arbeiten zu Hause führten zu Veränderungen. „Verbunden mit den damit einhergehenden Flexibilisierungen haben wir festgestellt, den Bedarf an Büroflächen, den wir heute vorhalten, nicht mehr zu benötigen“, sagt Jana Twesten. Daher habe man sich Mitte vergangenen Jahres entschlossen, das Haus zu verkaufen.

In einem überregionalen Bieterverfahren hätten Interessenten Nutzungs- und Bebauungskonzepte eingereicht. Die seien durch die Stadt Lüneburg anhand städtebaulicher Kriterien geprüft und als umsetzbar bewertet worden. Drei Bieter kamen in die engere Wahl, die JaKa-Bauträger GmbH erhielt den Zuschlag. Für eine Stellungnahme war die Firma nicht zu erreichen. Ausweislich der eigenen Internetseite hat der Bauträger verschiedene Projekte in Bardowick, Brietlingen und Lüneburg, darunter im Hanseviertel, umgesetzt beziehungsweise ist dabei.

Laut einer Mitteilung der Sparkasse soll auf dem rund 9800 Quadratmeter großen Gelände samt des denkmalgeschützten Gebäudes eine Mischung aus Gewerbe und Wohnen entstehen. 30 Prozent des Wohnraums soll sozialgefördert sein.

Neoklassizistische Strömung

Das Baudenkmal Konrad-Zuse-Allee 10 in der ehemaligen Lüner Kaserne wird in der Denkmaltopographie so beschrieben: „In den 1930er Jahren wurde die Anlage durch weitere Bauten vergrößert. Das sogenannte Wirtschaftsgebäude von 1935 wurde dem Stabsgebäude von 1828 nicht nur räumlich gegenübergestellt, sondern kopiert auch dessen Gliederung unter Variation des Eingangsbereichs zugunsten dreier rundbogiger Portale. Mit seiner getreuen Reproduktion der Formen der Kernanlage repräsentiert es die neoklassizistische Strömung innerhalb der Architektur des Dritten Reichs.“

Dieser Teil steht unter Schutz, das gilt aber nicht für Erweiterungsbauten. Wenn etwas Neues entstehe, müsse es sich in die umliegende Bebauung einpassen, das gelte beispielsweise auch für Geschosszahlen und Firsthöhen. Ebenfalls eine Rolle spielt der Lärm der nahen Bockelmannstraße, sowie der Bahnlinie in Richtung Westbahnhof. In der Ausschreibung heißt es: „Damit sind die Grenzen zum gesundheitsgefährdeten Bereich insbesondere für die Nachtzeiten erreicht. Um eine Wohnbebauung dennoch zu verwirklichen, müssen entweder Mindestabstände von der Straße eingehalten werden oder eine lärmabgewandte Lage im jeweiligen Baublock gewählt werden, und besondere Anforderungen an Außenbauteile der Gebäude gestellt werden.“

Weitere Verkäufe derzeit nicht geplant

Die Sparkasse besitzt eine weitere Immobilie im Lünepark. Künftig sollen sich die „internen Bereiche des Geldhauses vor allem auf den Standort an der Marie-Curie-Straße konzentrieren“. Der Vorstandsvorsitzende Thorsten Schrell erklärt: „Durch diese Standort-Konzentration werden wir den Platz in der Konrad-Zuse-Allee künftig nicht mehr benötigen.“

Der Sparkasse gehören weitere Liegenschaften in der Stadt, unter anderem den Renaissance-Bau an der Apothekenstraße, in dem unter anderem das Scala-Kino liegt.

In der Vergangenheit war öfter zu hören, dass es Überlegungen gebe, sich von diesem Ensemble zu trennen. Auf eine entsprechende Nachfrage der LZ heißt es dazu von der Sparkasse: „Aktuell planen wir nicht, nach dem Verkauf an der Konrad-Zuse-Allee vorhandenen Immobilienbestand in Lüneburg weiter zu verringern.“

Von Carlo Eggeling