Samstag , 31. Oktober 2020
Die Löwen-Akteure hoffen auf spannende Szenen (v.l.): Hubertus Wassermann, Ulrike Voigt, Annette Brand, Wolfgang Fojer, Katja Schneider, Alexandra Clavier, Christian Soltau, Emily Schneider und Eduard Zenz. Foto: t&w

Enten ziehen ins Rennen

Lüneburg. Lahme Enten werden nicht gewinnen: Die Sieger des letzten Rennens brauchten etwa zehn Minuten für dreihundert Meter. Vielleicht wird dieses Mal der Rekord gebrochen, beim zweiten Entenrennen des Lions Clubs Lüneburg-Ilmenau. Am Sonnabend, 29. Juni, zwischen 15 und 16 Uhr, werden wieder tausende gelbe Gummitiere auf der Ilmenau um die Wette schwimmen. Jeder Lüneburger kann eine Ente adoptieren – und sich für einen guten Zweck engagieren: Der Erlös der Veranstaltung geht an den Aufbau eines Betreuungsangebotes für Familien mit Kindern, die an Typ-1-Diabetes erkrankt sind.

Der Lions Club ist eine Wohltätigkeitsorganisation. Weltweit setzen sich Mitglieder ehrenamtlich ein für Menschen, die Hilfe brauchen. In Lüneburg engagieren sich aktuell 37 Lions, darunter Ulrike Voigt und Annette Brand, die das Entenrennen mit-organisiert haben. Schirmherr des Projekts ist Oberbürgermeister Ulrich Mädge. Er wird das Seil ziehen, das die Falltür für die Enten öffnet. Denn am Tag des Rennens befinden sich alle Enten in einer großen Kiste, die mit einem Kran auf der Stintbrücke über der Ilmenau aufgehängt wird.

Kiste prall gefüllt mit den „Wettbewerbern“

Zum Startpfiff wird die Kiste geöffnet, die Enten fallen ins Wasser und schwimmen los Richtung Reichenbachbrücke. Welche Ente als erste in den Siegestunnel einzieht, wird „unter notarieller Aufsicht“ festgehalten, sagt Voigt. Auf allen Enten steht eine Nummer, damit sie unterschieden werden können.

Ab 1. Juni stehen die Enten zur Adoption frei: Jeder, der Lust hat, teilzunehmen, bekommt für 5 Euro einen Adoptionsschein mit der Nummer einer Ente. Am Tag des Rennens braucht es Glück, denn es gibt etwas zu gewinnen: Der Besitzer der schnellsten Ente kann sich über ein E-Bike freuen, das die Fahrrad Filiale Lüneburg sponsert; die Sieger auf den Plätzen 2 bis 10 bekommen Bücher- und Kinogutscheine. Brand hofft, dass dieses Jahr mindestens genauso viele Enten verkauft werden wie 2018, damals waren es 4160.

Die Unterstützung von Familien mit Kindern, die an Typ-1-Diabetes erkrankt sind, ist dem Lions Club wichtig. Bisher gibt es in Lüneburg kein Betreuungsangebot – die Familien müssen die Fahrt nach Hamburg auf sich nehmen. „Das ist eine große Belastung“, sagt Voigt. Darum soll mit dem Erlös des Entenrennens eine mobile Fachkraft in Lüneburg finanziert werden.

Die künftige Fachkraft gibt es schon

Zusätzlich zur Betreuung in Hamburg wird sie Eltern, aber auch Kindergärtner und Lehrer im Umgang mit Typ-1-Diabetes schulen. „Manche Kindergärten nehmen Kinder mit Typ-1-Diabetes nicht auf, weil sie nicht wissen, wie man mit der Krankheit umgehen muss“, erklärt Voigt. Die künftige Fachkraft gibt es schon: Kea Diederichs wird bereits bei der Stiftung des Hamburger Kinderkrankenhauses Wilhelmstift „See You“ eingearbeitet.

Auch Firmen und Organisationen können sich an der Unterstützung des Projekts beteiligen. Für sie gibt es ein Rennen mit rund 30 Zentimeter großen Enten, sie können für 300 Euro gekauft und selbst dekoriert werden. Ab dem 7. Juni werden die gestalteten Enten im Schaufenster von Peek & Cloppenburg ausgestellt; nach dem Rennen dürfen sie die Besitzer behalten.

Verkaufsstellen der kleinen Enten sind unter anderem die Tourist-Infor, Sparkasse und Volksbank. Zudem hat der Lions Club an allen Sonnabenden im Juni einen Verkaufs- und Infostand in der Bäckerstraße. Wer eine große Ente kaufen möchte, kann sie unter www.lueneburger-entenrennen.de bestellen.

Von Franziska Ruf