Samstag , 24. Oktober 2020
Rund 60 Darsteller aus Großbritannien und Deutschland zeigen Geschichte zum Anfassen und Nachfragen im Freilichtmuseum am Kiekeberg. Foto: Museum

Der Sommer 1945 live und in Farbe

Rosengarten. Mit der neuen Veranstaltung „1945 – Der erste Sommer in Frieden“ zeigt das Freilichtmuseum am Kiekeberg am Wochenende, wie der Alltag von einheimischer Bevölkerung und britischer Armee damals in Norddeutschland aussah. Zuschauen und Nachfragen sind ausdrücklich erwünscht. Mit dabei sind rund 60 Darsteller aus ganz Deutschland und Großbritannien, die ihr Feldlager aufschlagen.

Geschichtlich versierte Darsteller zeigen historisch korrekt, was den Alltag der Deutschen und Briten bestimmte: Suche nach Vermissten, Durchsetzen neuer Regeln und Gesetze, Sprachbarrieren, medizinische Freiluft-Untersuchungen und Einquartierungen in die alten Bauernhäuser. Die Gäste erleben so einen kompletten Tagesablauf. Eine Besonderheit: Besucher können auf dem Schwarzmarkt begehrte Alltagswaren erstehen, zum Beispiel Fahrradreifen, Tassen, Hosenträger, Messer oder Gaskocher. Dabei ist Vorsicht geboten, denn die Militär-Polizei geht Streife.

Archivmaterial und Forschungen

„Wir als Freilichtmuseum zeigen, was die Menschen zu ihrer Zeit beschäftigte, was ihr Leben ausmachte“, erläutert Museumsdirektor Stefan Zimmermann. „Wir stellen das Leben auf dem Land von 1650 bis in die 1960er- Jahre dar. Besonders geeignet dafür ist das Format Living History.“ Dabei schlüpfen Darsteller in eine andere Zeit: Auf Basis von Archivmaterial und Forschungen stellen sie das Leben historisch korrekt dar bis zu Sensendengeln, Strickstrümpfen und Kochrezepten. „Der Kiekeberg hat bereits drei Gelebte Geschichte-Gruppen, die bei uns über das Jahr hinweg die alten Bauernhäuser beleben. Unsere 45 Darsteller zeigen, wie Menschen vor 200, vor 100 und vor 70 Jahren in der Heide und Winsener Marsch lebten“, beschreibt Stefan Zimmermann. „Mit der Veranstaltung ‚Erster Sommer im Frieden‘ setzen wir neue Maßstäbe: Akteure aus ganz Deutschland und Großbritannien kommen an den Kiekeberg – das ist einmalig.“

60 Darsteller zeigen, wie Einheimische, Flüchtlinge und britische Soldaten im Sommer 1945 lebten – samt Schwarzmarkt, Essen kochen, Hausdurchsuchungen, Holzhacken, Lebensmittelkartenausgabe, Garten- und Feldarbeit, Postverteilung. Denn die alltäglichen Arbeiten auf den Dörfern liefen weiter. lz

Sonnabend und Sonntag, 1. und 2. Juni, 10 bis 18 Uhr. Der Eintritt für Erwachsene beträgt 9 Euro, für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren ist er frei.