Donnerstag , 1. Oktober 2020
Pauline, Davina, Janna-Viktoria, Hannah und Dominik (v.l.) haben sich bei der 72-Stunden-Aktion ins Zeug gelegt. Foto: t&w

In 72 Stunden die Welt verbessern

Lüneburg. 72 Stunden – genau so viel Zeit hatte die Jugendgruppe der katholischen Pfarrgemeinde St. Marien am Wochenende, um die Welt ein bisschen besser zu machen. Die Gruppe aus 18 Personen im Alter von 15 bis 17 Jahren nahm, wie 80.000 andere junge Menschen, an der bundesweiten Sozialaktion der katholischen Jugendverbände teil. Die fand dieses Jahr unter dem Motto „72 Stunden – uns schickt der Himmel“ statt.

„Uns schickt der Himmel“

Am Donnerstag um 17.07 Uhr fiel der Startschuss, bis Sonntagabend zur gleichen Stunde hatten die Jugendlichen Zeit, ihre Projekte umzusetzen. Die Lüneburger Gruppe teilte sich auf: Eine Halbgruppe entschied sich für ein Nachhaltigkeitsprojekt, das sie „Bewahrung der Schöpfung“ nannte, die andere startete ein Projekt für ein besseres Miteinander mit Geflüchteten.

Für das Nachhaltigkeitsprojekt musste sich die fünfköpfige Gruppe unter der Leitung von Pauline Tenbrüggen ordentlich ranhalten: Bei 24 Grad und Sonne gruben sie am Freitag ein Rasenstück hinter der St.–Marien- Kirche um, um dort einen Nutzgarten mit Beeren sowie eine Blumenwiese entstehen zu lassen. Bei der Herstellung des Saatguts half ihnen die Kindertagesstätte St. Marien: Die Kleinen formten Saatbomben, also Kugeln aus Samen, Ton und Blumenerde, die dann später auf dem Beet verteilt wurden. Das Ziel sei vor allem die Bewahrung der Artenvielfalt: „In eine Ecke wollen wir einen Sommerflieder setzen – der soll besonders gut für die Bienen sein“, erklärt Hannah, die Teil der Gruppe ist.

Doch nicht nur das: Die Gruppen versuchten während der drei Tage, so weit es ging, bei ihren Einkäufen auf Plastik zu verzichten. Das war manchmal leicht, wenn sie für den Grillabend das Biofleisch direkt in die eigenen Behältnisse gefüllt bekamen, doch teilweise auch unmöglich, weil es einen riesigen Aufwand bedeutet hätte.

Versuch, auf Plastik zu verzichten

Für das zweite Projekt besuchte der andere Teil der Jugendgruppe Geflüchtete, Familien und junge Erwachsene, in Melbeck, die dort in einem alten Hotel leben. „Der Gemeinschaftsraum dort ist im Moment wenig einladend, es fehlt an Gemütlichkeit“, erklärt Gemeindereferentin Jutta Segger. Mit Sachspenden aus der Bevölkerung, wie einem Fernseher, einem Tischkicker, Sitzmöglichkeiten und Lampen, konnte der Raum aufgehübscht werden. Dabei ging es auch um das Kennenlernen und das Auflösen von Barrieren. Auch das gemeinsame Essen am Samstagabend, zu dem ein Dönerwagen anrollte, trug dazu bei.

Annäherung an Flüchtlinge

Möglich gemacht haben die Lüneburger Aktionen vor allem der Caritasverband, der die Kosten für die Verpflegung trug, der Arbeitskreis „Laudato si“, der beim Nachhaltigkeitsprojekt für die Materialien aufkam sowie die Stiftung „Kirche & Caritas – stark für Lüneburg“, die den Geflüchteten Mobiliar spendete.

Von Anna Hoffmann