ie Grünen werden für die Landrats-Stichwahl keine Wahl-Empfehlung abgeben. Foto: be

Grüne Wahlprüfsteine

Lüneburg. Sowohl Jens Böther (CDU) als auch Norbert Meyer (SPD) hatten bereits am Wahlabend angeklopft, heißt es. Doch die Grünen werden für die Landrats-Stichwahl keine Wahl-Empfehlung abgeben. Stattdessen legt die Partei den beiden verbliebenen Kandidaten Wahlprüfsteine vor.

„Unsere Wählerinnen und Wähler sollen dann selbst beurteilen, bei welchem der beiden Bewerber ihrer Ansicht nach mehr Inhalte übereinstimmen, die ihnen wichtig sind“, erläutere Vorstandssprecherin Andrea Glass der LZ den Beschluss, den die Mitglieder auf einer eigens anberaumten Kreisversammlung am Dienstagabend gefasst haben.

Bis zum Ende der Woche werde ein Redaktionsgremium beiden Bewerbern „knackige und prägnante Punkte“ vorlegen, kündigte Glass an. Die Mitgliederversammlung einigte sich auf die Bereiche Umwelt, Klima, Mobilität, Entwicklung und Struktur. Konkret soll es etwa um Positionen zum Grüngürtel West/Digitalcampus, zum Streit um die Elbbrücke, um Wege zum klimaneutralen Landkreis und zum Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs gehen.

Stärkste politische Kraft

Gemessen an der Europawahl, bei der die Partei am Sonntag 28,55 Prozent erzielte, sind die Grünen im Landkreis derzeit die stärkste politische Kraft. Glass: „Darauf sind wir stolz.“ Die Partei wolle jetzt in der Kommunalpolitik ihre Strukturen festigen und verstärkt junge Menschen einbinden.

Dass es für Landrats-Kandidatin Erika Romberg hingegen nur für den dritten Platz reichte, sei „aus dem Stand heraus“ ein beachtliches Ergebnis. Mit einer bereits bekannten grünen Persönlichkeit wäre ein besseres Ergebnis möglich gewesen, gab Glass zu. Es habe auch Interessierte gegeben, „aber es hat nicht geklappt“, deutete sie interne Unstimmigkeiten an.

Die Mitgliederkurve der Kreis-Grünen geht weiterhin nach oben auf aktuell 315. Zum Jahreswechsel waren es 296, Anfang 2017 noch 256 gewesen.

Von Marc Rath