Montag , 26. Oktober 2020
Garnet Grünhagen und ihr kleiner Begleiter Scrat, das Säbelzahn-Eichhörnchen aus dem Film „Ice Age“, vermitteln, wie sich die Landschaft gewandelt hat. (Foto: t&w)

Touren fernab des Mainstreams

Lüneburg. Welche Spuren hat die nasse Landwehr an den Grenzen Lüneburgs hinterlassen? Warum liegt die B4, wo die B4 liegt? Wie groß waren die Dörfer? Wann sind sie entstanden? Welche Verbindungen gab es untereinander? Welche sind tatsächlich heute ihre ältesten Häuser? Und warum sieht man das nicht mehr?

Diesen Fragen kann man am besten vor Ort auf den Grund gehen. Und genau das tut Garnet Grünhagen jetzt mit „Stadt, Land, Lüne – Touren auf Spuren“. Seit 2003 betreibt die Kulturwissenschaftlerin intensive Landschaftsforschung in der Lüneburger Heide und hinterfragt, was die meisten als gegeben hinnehmen. „Man kennt die Landschaft wie die eigene Westentasche, hat alles tausendfach gesehen, aber eigentlich keine Ahnung, was dahintersteckt“, erzählt Grünhagen.

Die Geheimnisse hinter der Landschaft

Ihre Begeisterung will sie nun mit möglichst vielen Menschen teilen: Garnet Grünhagen geht mit ihren Gästen zu Fuß oder fährt mit dem Rad – und beeindruckt mit verblüffenden Fakten über Lüneburg und sein Umland.

In Wietzendorf bei Soltau aufgewachsen, ist sie ihrer Heimat, der Lüneburger Heide, schon immer sehr verbunden. Zu ihrem Beruf kam Grünhagen allerdings über Umwege. Erst studierte sie Betriebswirtschaftslehre und arbeitete für einige Jahre im Personaltraining. Doch dann merkte sie, dass es etwas anderes ist, wofür sie brennt. So kam sie an die Universität Lüneburg – und studierte dort Kulturgeographie.

Seitdem arbeitet sie freiberuflich: Als Gästeführerin führt Grünhagen Besucher durchs Salzmuseum, als Autorin schrieb sie zuletzt Landschaftschroniken für die Lüneburger Stadtteile Häcklingen und Oedeme. Schon lange hat sie mit dem Gedanken gespielt, eigene Führungen anzubieten. Doch erst jetzt hat sie den Schritt gewagt.

Die Touren sollen die breite Masse ansprechen, für jede Zielgruppe hält das Programm etwas bereit: Auf der längsten Tour „Wir lassen die Kirche im Dorf“ soll der Einfluss der Kirche auf die Region nähergebracht werden. 40 Kilometer führt die Radtour von Lüneburg nach Embsen, Barnstedt und Betzendorf, dann über Heiligenthal wieder zurück nach Lüneburg.

Die kürzeste Tour – „Ice Age“– ist mit sechs Kilometern besonders auf Familien mit Kindern zugeschnitten: Spielerisch erklärt Grünhagen mithilfe von „Scrat“, dem Säbelzahn-Eichhörnchen aus dem Kinofilm „Ice Age“, warum unsere Landschaft heute so anders aussieht als früher.

Die vier Siedlungskerne

Wichtig ist Grünhagen nun, in den Sozialen Netzwerken mehr Reichweite zu bekommen, denn die Konkurrenz unter den Stadtführungen in Lüneburg ist groß. 50 Follower habe sie schon bei Facebook und Instagram, doch das sollen mehr werden. Wie sich ihre Stadtführung „Lüneburg – kernig und kompakt“ von den anderen unterscheide? „Ein Freund nannte es mal fernab des Mainstreams und so empfinde ich das auch“, sagt Grünhagen. „Anhand der vier ursprünglichen Siedlungskerne schlüssele ich gemeinsam mit den Gästen die Stadtgeschichte auf.“

Wann ist was?

Termine für Führungen

Stadt Land Fluss: 31. Mai, 10.30 bis 13.30 Uhr sowie 8. Juni, 15 bis 18 Uhr. Treff: Hasenburg 1.
Lüneburg – kernig und kompakt: 31. Mai, 15.30 bis 17.30 Uhr sowie 8. Juni, 10 bis 12 Uhr. Treff: Museum Lüneburg, Willy-Brandt-Straße 1.
We are family – Ice Age: 23. Juni, 10.30 Uhr. Treff: Parkplatz der Grundschule Häcklingen, Embser Kirchweg 2.

Gruppen, Familien oder auch Einzelpersonen können sich anmelden und weitere Informationen erhalten auf www.stadtlandluene.de oder unter (04131) 7061394.

Von Anna Hoffmann