Donnerstag , 1. Oktober 2020
Das Johanneum muss mit den Schülerzahlen räumlich wachsen. Die Pläne für den Ausbau waren Thema im Schulausschuss. (Foto: t&w)

Johanneum soll deutlich wachsen

Lüneburg. Die Schülerzahlen am Johanneum steigen seit Jahren, und das geht laut Prognosen auch so weiter: Zumal das Gymnasium ab August 2020 – wie alle Gymnasien in Niedersachsen – wieder einen 13. Jahrgang aufnimmt. Gleichzeitig wächst die Schule in den nächsten Jahren über alle Jahrgänge hinweg auf einen sechsten Zug an. Um alle Schüler unterzubringen, muss das Johanneum auch räumlich wachsen.

Modulbauweise oder doch konventionell?

14 zusätzliche allgemeine Unterrichtsräume sieht das Raumprogramm vor, das Schule und Verwaltung entwickelt haben. Ein Großteil dieser Räume soll in einem Neubau neben dem Hauptgebäude entstehen. In welcher Bauweise er vorzugsweise realisiert werden sollte, darüber hat die Verwaltung in einer gemeinsamen Sitzung die Mitglieder des Schul- und Bauausschusses informiert. Im Zentrum stand dabei die Frage, ob eine Modulbauweise möglicherweise vorzuziehen ist, um Bauzeit einzusparen, heißt es dazu in einer Mitteilung.

„Wir haben in Frankfurt am Main Schulen in Modulbauweise besichtigt und die jeweiligen Vorzüge und Nachteile der unterschiedlichen Bauweisen ausführlich geprüft und verglichen“, skizzierte Stadtbaurätin Heike Gundermann das Vorgehen der Verwaltung. Dabei seien neben zentralen Kriterien wie der voraussichtlichen Bauzeit und den Baukosten auch Aspekte wie Nachhaltigkeit, energetischer Standard und Regionalität in die Bewertung mit eingeflossen. Mit dem Fazit, dass die Stadt einen konventionellen Bau bevorzugt: „Die mögliche Zeitersparnis bei einem Bau in Modulbauweise steht nicht im Verhältnis zu den entstehenden Mehrkosten“, begründet Gundermann.

Beim konventionellen Bau sei mit Kosten in Höhe von 7 Millionen Euro zu rechnen, beim Bau in Modulbauweise von 8 Millionen Euro. Zwar könnten, wenn sich die Bauzeit hier tatsächlich um ein Jahr verkürzen würde, die Ausgaben für die Containeranmietung für dieses Jahr abgezogen werden. Doch bliebe immer noch eine Differenz von rund 790 000 Euro, rechnete Gundermann vor. „Zudem haben wir als Bauverwaltung wenig Erfahrung bei der Errichtung von Projekten in Modulbauweise.“ Hier wäre bei der Ausschreibung und Vorbereitung demnach sogar mit einem einmaligen Mehraufwand zu rechnen.

Baustart 2021, Fertigstellung 2023

Die Mitglieder von Schul- und Bauausschuss beauftragten einstimmig bei zwei Enthaltungen die Verwaltung, alle notwendigen Schritte für die Umsetzung der konventionellen Variante einzuleiten. Der Zeitplan sieht vor, jetzt in einer europaweiten Ausschreibung einen Architekten zu finden, um 2020 mit den konkreten Planungen beginnen zu können. Baustart wäre im Jahr 2021, die Fertigstellung voraussichtlich im Sommer 2023.

Neben dem Neubau für den 13. Jahrgang plant die Stadt, den Erweiterungsbau von 2017, in dem die 5., 6. und 7. Klassen untergebracht sind, um drei Unterrichtsräume zu erweitern und so die Heimatbereiche an die Sechszügigkeit anzupassen. Hier beginnen die konkreten Planungen noch Ende dieses Jahres. Die Stadt plant eine Fertigstellung für Ende 2021. lz

Lösung für das Raumluft-Problem am Gymnasium?

Mehr Fenster für den Anbau

Spätestens in den Sommerferien werden im Neubau des Johanneums die Fenster umgebaut. Geplant ist, zusätzliche zu öffnende Fensterflächen in einigen Räumen einzubauen, nachdem Messungen durch das Bremer Umweltinstitut dort erhöhte Werte von CO₂ und anderen kohlenstoffhaltigen Substanzen ergeben hatten (LZ berichtete). Die Kosten für die Umbaumaßnahme belaufen sich auf rund 120 000 Euro. Dass die zu öffnenden Fensterflächen bislang nicht ausreichen, um eine optimale Raumluft zu ermöglichen, ist aus Sicht der Stadt einem Planungsfehler des Architekten geschuldet. Die Verwaltung befindet sich deshalb noch in Verhandlungen mit dessen Versicherung über die Höhe des Schadensersatzanspruches.

Bereits ausgetauscht worden sind die Fußböden in den Räumen, in denen Schüler über Beschwerden geklagt hatten. Die Experten des Bremer Umweltinstituts hatten bei ihren Messreihen erhöhte Werte von VOC festgestellt, einer flüchtigen organischen Substanz, die klassischerweise aus neuen Fußböden diffundiert, aber mit der Zeit immer weniger wird.