Samstag , 26. September 2020
Die Käfer haben den Baum in Beschlag genommen. (Foto: be)

Käferplage am Bockelsberg

Lüneburg. Der Borkenkäfer breitet sich in Lüneburgs Wäldern aus, aktuell hat die städtische Revierförsterei am Bockelsberg mit einem akuten Befall vor allem an Fichten zu kämpfen.

„Die Käfer haben sich nach dem heißen Sommer 2018 und dem milden Winter massiv vermehren können. Um den Baumbestand vor weiterem Befall zu schützen beziehungsweise die massenhafte Verbreitung einzudämmen, müssen derzeit befallene Bäume schleunigst aus dem Wald gebracht werden“, verdeutlicht Stadtpressesprecherin Ann-Kristin Jenckel. Betroffen seien vor allem viele Bäume, die bereits vom Sturm umgekippt waren: „Es müssen aber auch Bäume gefällt werden.“

Anwohnerin Manuela Trauter waren die Arbeiten aufgefallen, sie wunderte sich vor allem über den Zeitpunkt in der Brut- und Setzzeit. Jenckel erläutert: „Generell ist die Durchforstung in Forstbetrieben ganzjährig erlaubt. In der Brut- und Setzzeit verzichtet die Lüneburger Revierförsterei im Regelfall freiwillig darauf, das ist aktuell aber wegen der beschriebenen Problemlage nicht möglich.“ Freiwillige Ersatzpflanzungen seien im April im Tiergarten und südlich von Deutsch Evern erfolgt, 23 000 neue Laubbäume wurden insgesamt gepflanzt.

Trotz der aktuellen Maßnahmen geht Revierförster Michael Stall davon aus, dass sich mit steigenden Temperaturen im Sommer die Plage noch verschlimmern werde und ein massenhafter Borkenkäferbefall in ganz Niedersachsen droht. Weitere Fällungen seien daher nicht auszuschließen. ahe