Sonntag , 20. September 2020
Rund 800 Pakete können derzeit nicht ausgeliefert werden.

Das lange Warten aufs Paket

Lüneburg. Hunderte Pakete warten derzeit in Lüneburg auf die Zustellung. Grund sind Lieferschwierigkeiten beim Paketdienst DPD. Pressesprecher Peter Rey spricht von einem „kurzfristigen Personalengpass in Verbindung mit einem ungewöhnlich hohen Paketvolumen“. Die Probleme bestehen demnach im Postleitzahlgebiet 21335. Zusammen mit dem Postleitzahlgebiet 21493 im Amt Schwarzenbek-Land sind 800 Pakete betroffen. „Bei Paketen für Empfänger in diesen Gebieten kann es aktuell zu Verzögerungen von ein bis zwei Tagen kommen“, sagt Rey. „Wir gehen davon aus, dass sich die Lage im Laufe der nächsten Woche wieder normalisiert.“

Ärger bei der Paketzustellung gibt es immer wieder – bei allen Paketdiensten. Die Gründe sind vielfältig: nicht eingeworfene Benachrichtigungskarten, der Nachbar liefert das Paket nicht ab, die Sendung wird vor der Haustür geklaut. Tipps gibt die Verbraucherzentrale Niedersachsen. Die LZ hat einige zusammengestellt:

Darf der Zusteller das Paket einfach beim Nachbarn abgeben?

Die meisten Paketdienste behalten sich laut ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen vor, das Paket beim Nachbarn abgeben zu dürfen, wenn sie den Empfänger nicht antreffen. „Nachbar“ kann allerdings ein weit gefasster Begriff sein. Es gibt keine gesetzliche Einschränkung, wie weit der Nachbar entfernt wohnen darf.

Doch nicht alle Klauseln sind auch wirksam. Manchmal landet das Paket in einem Laden in der Nähe. Verbraucher können mit den jeweiligen Zustellern generell vereinbaren, was mit dem Paket passiert, wenn es nicht zustellbar ist, zum Beispiel, dass es bei einer Packstation hinterlegt werden soll. Ebenso können Sie bei der Bestellung mit dem Verkäufer abstimmen, dass ein Paket „eigenhändig“ übergeben werden soll, dann darf es nicht beim Nachbarn hinterlegt werden.

Muss der Postbote immer eine Benachrichtigungskarte in den Briefkasten werfen, wenn er ein Paket beim Nachbarn abgibt?

Wenn die sogenannte Ersatzzustellung an Nachbarn vorgenommen wird, muss der Empfänger zumindest über die Zustellung seines Pakets beim Nachbarn informiert werden – und zwar mit einer Karte im Briefkasten. Diese an die Tür zu kleben, ist dem Paketzusteller ausnahmsweise nur erlaubt, wenn es keinen Briefkasten gibt oder dieser nicht zugänglich ist.

Was kann ich tun, wenn ein unbekannter Nachbar das Paket nicht abliefert?

Sofern Sie bei Abgabe der Bestellung den Nachbarn nicht als empfangsberechtigt angegeben haben, können Sie sich zuerst immer an den Händler wenden. Dieser ist dafür verantwortlich, dass Sie auch Ihre Ware erhalten. Unterschlägt beispielsweise der Nachbar die Sendung, ist der Händler verpflichtet, Ihnen den Kaufpreis zu erstatten. Er ist aber nicht verpflichtet, das bestellte Produkt noch einmal zu liefern.

Muss der Nachbar das Paket überhaupt annehmen?

Nein, er darf die Annahme verweigern. Ist ein Päckchen offensichtlich beschädigt, sollte man es ohnehin nicht annehmen, damit man keinen Ärger bekommt. Grundsätzlich muss kein Nachbar ein fremdes Paket annehmen. Sobald er unterschreibt, muss er es aber sorgfältig aufbewahren. Der Nachbar haftet für Schäden, die er vorsätzlich oder fahrlässig an dem Paketinhalt anrichtet sowie für Verlust. Er darf es dem Empfänger nicht einfach vor die Wohnungstür stellen. Geht in diesen Fällen ein Paket verloren, kann der Absender den Nachbarn unter Umständen haftbar machen. Der Paketzusteller haftet nach Annahme durch den Nachbarn insoweit nicht mehr.

Und wenn es doch vor die Haustür gelegt und dann geklaut wird?

Hier gilt wieder, dass der Händler für Sie der Ansprechpartner ist. Geht das Paket verloren, muss der Händler Ihnen den Kaufpreis erstatten, auch wenn eine dritte Person ein Paket entwendet hat, das der Zusteller einfach vor der Tür abgelegt hat.

Weitere Tipps der Verbraucherzentrale auf www.verbraucherzentrale.de/postaerger-20752

Von Emilia Püschel