Samstag , 24. Oktober 2020
Zum Abscheid ein voller Saal auf Gut Bardenhagen: Hauptgeschäftsführer Bernd Wiechel (v.l.), der neue Vorsitzende Volker Meyer, Heiko Westermann, Arbeitgeberverband-Präsident Ingo Kramer und Oberbürgermeister Ulrich Mädge. Foto: t&w

Stehender Applaus zum Abschied

Bardenhagen. „Es war mir eine Ehre“ – Heiko Westermann steht auf der Bühne und deutet eine Verbeugung an. Applaus brandet auf, wird lauter. Die fast 200 Gäste stehen im Festsaal auf Gut Bardenhagen auf. Es ist ihre Verneigung vor einem Lüneburger Unternehmer, der ganze zwölf Jahre an der Spitze den Arbeitgeberverband Lüneburg-Nordostniedersachsen geprägt hat.

„Sie haben bleibende Spuren hinterlassen“, hatte zuvor Hauptgeschäftsführer Bernd Wiechel Westermanns Wirken gewürdigt. Bereits 1990 war der Modeunternehmer ins Präsidium gewählt worden. Den Kauf der Immobilie für das „Haus der Wirtschaft“ an der Stadtkoppel habe er als Schatzmeister in die Wege geleitet, den Ausbau dann als Präsident realisiert.

Oberbürgermeister Ulrich Mädge lobte Westermann, dass er damit „ein Zentrum für Unternehmen“ geschaffen habe. Der Oberbürgermeister und der Unternehmer sind nicht nur beide Jahrgang 1950, sie begannen fast zur fast gleichen Zeit Anfang der 80er-Jahre, sich für die Stadt zu engagieren. Parteipolitisch seien sie durchaus oft unterschiedlicher Meinung gewesen, geeint habe sie aber das Ziel, etwas voranzubringen. Mädge bezeichnete Westermann als „einen Mittelständler wie er im Buche steht“, der es verstanden habe, Impulse zu setzen und zu vermitteln, wo er gefragt wurde.

Gute Konjunkturdaten

Probleme lösen, hartnäckig dranbleiben und einen Ausgleich finden – so beschrieb Ingo Kramer den aus dem Amt scheidenden Westermann. Der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) war eigens aus Berlin angereist. Er nutzte die Gelegenheit, vor der Festgemeinde aus Unternehmern, Politikern und anderen Vertretern des öffentlichen Lebens der Region für einige grundsätzliche Ausführungen. Die guten Konjunkturdaten dürften nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Zeiten stürmischer werden, mahnte Kramer.

Der BDA-Präsident warnte vor den Folgen des Brexits ebenso wie vor dem Handelsstreit zwischen USA und China und einem Nationalismus, der „wieder sein trübes Haupt reckt“. Kramer appellierte, hier bei der Europawahl ein deutliches Zeihen zu setzen. Die Leistungsfähigkeit der deutschen Wirtschaft sei nur zu halten, wenn es gelinge, eine Antwort auf dem demographischen Wandel zu finden. Dazu gehören für ihn neben einer „massiven Bildungsoffensive“ ein „modernes Einwanderungs- und Zuwanderungsgesetz“. In der Politik herrsche hier oft aber fehlender Mut.

Von Marc Rath

Das neue Präsidium

Meyer übernimmt, Henning rückt nach

Volker Meyer ist jetzt an der Spitze des Arbeitgeberverbandes Lüneburg-Nordostniedersachsen. Der 62-Jährige ist Geschäftsführer der Heinrich-Meyer-Werke Breloh GmbH & Co. KG in Munster.

Im Präsidium: Kerstin Witte (Autohaus Kuhn & Witte), Thorsten Drews (Werner Achilles GmbH) und – neu – Ulf Henning (Henning Gruppe). Buchprüfer: Christoph Zühlke (Druckerei Buchheister).