Die Landjugend Radegast freut sich auf das diesjährige Maibockfest. Foto: t&w

Landjugend Radegast hat Grund zum Feiern

Radegast. Auf dem Hof von Landwirt Karsten Reinstorf herrscht seit Tagen geschäftiges Treiben, wie jedes Jahr um diese Zeit. Im Frühjahr veranstaltet die Landjugend Radegast hier traditionell ihr Maibockfest, am Wochenende ist es wieder soweit. Seit Montag trafen sich die aktiven Mitglieder jeden Abend um alles vorzubereiten, für die Jugendlichen und jungen Erwachsenen ein ebenso großes Vergnügen wie die Feier selbst. „Das Alles hier zusammen auf die Beine zu stellen ist jedes Mal etwas Besonderes und bringt jede Menge Spaß“, erzählt Sophia Fitzner, die Vorsitzende der Landjugend Radegast, die inzwischen in Lüneburg lebt, begeistert. „Jeder von uns trägt mit dem, was er kann dazu bei, dass alles klappt, dieses Gemeinschaftsgefühl in der Gruppe ist einfach toll“, so die 25-jährige Bauingenieurin. Zusammenhalt, das ist es, was die Landjugend ausmacht, müsste sie es in einem Wort zusammenfassen.

„Jahr für Jahr improvisieren wir aufs Neue und kriegen es immer irgendwie hin.“ Sicherlich auch, weil so viele junge Leute mit dabei sind, die es gewohnt sind, anzupacken: Maurer, Elektriker, KFZ-Mechaniker, Metallbauer, Landwirte, um nur einige ihrer Berufe zu nennen. Aber auch viele Studenten, die extra aus Kiel, Hannover oder Braunschweig anreisen, weil sie das Maibockfest nicht verpassen wollen.

Landjugend stärkt Zusammenhalt im Dorf

Das Zusammengehörigkeitsgefühl im Dorf sei groß, berichtet Fitzner, das liege nicht zuletzt an der Landjugend. „Viele von uns sind ja sowieso befreundet und sehen sich sehr regelmäßig. Aber auch als Landjugend unternehmen wir viel zusammen, organisieren Gruppenabende, Fahrten an die Nordsee oder zur Grünen Woche.“ Die Altersspanne bei der Landjugend liegt zwischen 16 und 35 Jahren. „Man wächst dann so raus, viele heiraten, bekommen Kinder und haben dann andere Interessen. Rausgeworfen wird keiner“, sagt Sophia Fitzner lachend.

Den Zusammenhalt der Landjugend schätzt auch Karsten Reinstorf, der den jungen Leuten wie jedes Jahr sein Grundstück zum Feiern zur Verfügung stellt. „Das ist historisch so gewachsen. Die ortsansässigen Landwirte unterstützen die Landjugend immer mit Flächen und Gebäuden.“ Auch Reinstorf war einst in der Landjugend, ebenso wie seine Söhne. „Die Landjugend fördert den Zusammenhalt im Ort, Jüngere werden an die Landwirtschaft herangeführt, es werden aber auch Brücken zu den Älteren geschlagen, wie zum Beispiel durch die Kooperation mit den Landfrauen.“ Dass die Landjugend Radegast mit über 80 Mitgliedern so eine starke Truppe sei, während viele andere im Landkreis aufgegeben hätten liege daran, dass man sich schon vor über 20 Jahren gegenüber anderen Ortschaften geöffnet habe. „Die Elbmarschorte sind auch sehr über die Feuerwehren verbunden, man kennt sich von Kindesbeinen an, so sind die Dörfer seit jeher in Kontakt.“ Durststrecken habe es aber auch in Radegast gegeben, weiß Fitzner. „Wir hatten mal eine Flaute, aber jetzt sind fast alle wieder dabei, unsere Landjugend hat gerade einen großen Zulauf.“

Zwei Neugründungen im Landkreis Lüneburg

Dieser Trend zeichnet sich im ganzen Lankreis ab: Gab es bis 2018 nur in Amelinghausen und Radegast eine Landjugend, wurden inzwischen in Thomasburg/Ellringen und Bardowick neue Ortsverbände gegründet. „In ganz Niedersachsen hat die Landesjugend zirka 10.000 Mitglieder, Tendenz steigend. Es gibt viele Neugründungen“, freut sich Landesvorsitzende Alena Kastens. „Ich glaube, dass das damit zusammenhängt, das Leben auf dem Land wieder positiver gesehen wird, es ist cool ein Dorfkind zu sein.“ Diese positive Entwicklung ist doch ein guter Grund zu feiern.

Gefeiert wird Freitag und Sonnabend in der Maibock-Scheune in Radegast, Elbuferstraße in Bleckede, ab 20 Uhr. Der Eintritt kostet Freitag 8 und Sonnabend 5 Euro, das Wochenendticket 10 Euro.

Von Lea Schulze