2016 befestigte die AGL neue Fledermauskästen an den Bäumen im Kurpark. Nun soll es auch eine ehrenamtliche Beauftragte für die Tiere im Landkreis geben. Foto: t&w

Betreuer für die Fledermäuse

Lüneburg. Die Landkreise Uelzen, Harburg und der Heidekreis haben einen, auch Göttingen, Aurich und Cuxhaven. Überhaupt gibt es fast überall in Niedersachsen Re gionalbetreuer für Fledermäuse. Nur im Landkreis Lüneburg nicht – und das soll sich jetzt ändern. Einstimmig empfahl der Umweltausschuss des Kreistags in seiner jüngsten Sitzung, dem Kreisausschuss die Bestellung eines ehrenamtlichen Fledermausbeauftragten.

Fledermäuse sollen Betreuer bekommen

Eine „interessierte und fachkundige Bürgerin“, so Stefan Bartscht, Leiter des Fachdienstes Umwelt beim Landkreis Lüneburg, habe bereits die Bereitschaft erklärt, den Posten wahrzunehmen. Für die ehrenamtliche Tätigkeit soll eine monatliche Entschädigung von 60 Euro gezahlt werden. Der Fledermausbetreuer könne helfen, wenn ein verletztes Tier gefunden wurde, sich eines in eine Wohnung verirrt hat, er könne auch beraten zum Thema Fledermausschutz oder beim Bau von Fledermauskästen.

Auch in einem anderen Bereich soll der Landkreis Lüneburg dem Vorbild der benachbarten Landkreise folgen: Die Kreistagsfraktionen von CDU und Bündnis 90/Die Grünen legten den Antrag vor, eine „eigenständige, nicht in die Organisation der Kreisverwaltung eingegliederte Naturschutzstiftung im Landkreis Lüneburg“ einzurichten.

Landschaftspflegeverband denkbar

Zweck der Stiftung, so die Antragsteller, soll unter anderem sein, „die Entwicklung, Erhaltung und Pflege von Natur und Landschaft, den Artenschutz und den Aufbau eines Biotopverbundsystems im Landkreis Lüneburg fördern“.

Als Alternative zum Antrag der Fraktionen CDU und Bündnis 90/Die Grünen brachte die Kreisverwaltung die Einrichtung eines „Landschaftspflegeverbands“ in die Diskussion, legte hierfür auch gleich einen Konzeptentwurf vor. „Wir könnten uns im Landkreis einen Landschaftspflegeverband vorstellen“, erklärte Fachdienstleiter Bartscht dazu.

Fachleute sollen Landkreis beraten

Kreisrätin Sigrid Vossers sagte zu, die Vor- und Nachteile der verschiedenen Organisationsformen zu prüfen und abzuwägen. „Wir holen uns Fachleute und verfolgen das Thema weiter.“ Die Verwaltung werde die Fraktionen über die Ergebnisse auf dem Laufenden halten.

von Ingo Petersen

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