Samstag , 26. September 2020
Den Plan, das Bleckeder Moor in ein Wohngebiet umzuwandeln, ist vorerst vom Tisch. Foto: t&w

Landkreis stoppt Pläne

Bleckede. Eine „geringfügige Nachverdichtung“ der Wohnbebauung im Bereich Bleckeder Moor war das Ziel der Mitglieder des Bleckeder Verwaltungsausschusses, als die vor fast genau einem Jahr einstimmig Änderungen für die Bebauungspläne Nr. 7, 14 und 19 auf den Weg brachten. Dieses Ziel hat der Bleckeder Rat jetzt aufgegeben: In seiner jüngsten Sitzung im Restaurant Waldfrieden hoben die Gemeindepolitiker den 2018 gefassten Aufstellungsbeschluss ebenso einstimmig auf.

Die geplanten Änderungen seien nicht mit den Zielen des Regionalen Raumordnungsprogramms (RROP) in Einklang zu bringen. Das habe der Landkreis Lüneburg mitgeteilt, berichtete Bürgermeister Jens Böther (CDU). Das Ziel, aus dem „Sondergebiet Wohnen und Erholen“ ein „Allgemeines Wohngebiet“ zu machen, sei derzeit nicht durchsetzbar. Auch der Versuch, in einem Gespräch mit dem Landkreis eine Kompromisslösung zu finden, sei gescheitert, so Böther.

„Wir wollten zusätzlichen Wohnraum schaffen.“

In einem so genannten „Regionalen Raumordnungsprogramm“ wird unter anderem festgelegt, wo regional bedeutsame Wohn- und Gewerbeflächen entstehen können, welche Gebiete für Naherholung und Naturschutz zu sichern sind, in welchen Orten Einrichtungen für die Versorgung der Bürger konzentriert werden sollen. Der Lüneburger Kreistag hatte vor zwei Jahren beschlossen, das bestehende RROP aus dem Jahr 2003, in der Fassung von 2010, neu aufzustellen.

In Bleckede waren die Bebauungspläne für das ursprüngliche Ferien- und Wochenendhausgebiet im Bereich Bleckeder Moor 2001 geändert worden. In diesem Zuge war das Dauerwohnen erlaubt worden, außerdem wurde die zulässige Grundfläche der Häuser auf 70 Quadratmeter angehoben. Als Eigentümer und mögliche Kaufinteressenten anfragten, ob die erlaubte Grundfläche angehoben werden könnte, reagierte die Stadt. Bürgermeister Böther: „Wir wollten zusätzlichen Wohnraum schaffen.“

Reaktion „spottet jeder Beschreibung“

Auch ein „Zielabweichungsverfahren“ vom RROP halte er nicht für erfolgversprechend, sagte der Rathauschef, der in der Angelegenheit auch einen Rechtsanwalt eingeschaltet hatte. „Wir müssen unser Vorhaben beenden und den Aufstellungsbeschluss zurücknehmen. Das ist schade, aber vielleicht noch nicht das letzte Wort“, erklärte Böther mit Blick auf mögliche Änderungen im RROP-Verfahren.

Etwas größere Häuser auf 140 erschlossenen Baugrundstücken mit Grundstücksgrößen von 1300 bis 1500 Quadratmetern habe man ermöglichen wollen, sagte Ratsherr Herbert Beusch (CDU). „Dass uns das jetzt so um die Ohren gehauen wird, kann ich nicht verstehen.“ Und auch Ratskollege Ulf Meyer (UWB) war sauer: Die Reaktion des Landkreises „spottet jeder Beschreibung“.

Stühlerücken

Neue Gesichter im Rat

Personelle Wechsel standen ebenfalls auf der Tagesordnung der jüngsten Sitzung des Bleckeder Stadtrats: Maike Hoppstädter (M.) und Michael Platzer (nicht auf dem Bild) schieden aus dem Gremium aus. Ihre Plätze übernahmen Kathrin Groth und Jörg Sohst (alle CDU). Foto: pet