Donnerstag , 22. Oktober 2020
Max Strampe präsentiert den ersten Spargel der Saison. Foto: t&w

Der erste Spargel ist da

Neetze. Das Warten hat ein Ende: In Neetze hat der Spargelhof Strampe die Erntesaison des königlichen Gemüses eröffnet – zehn Tage früher als im Vorjahr. „Normalerweise beginnt die Saison in der ersten Aprilwoche“, erklärt Obstbaumeister Max Strampe, der seit mehreren Jahren fest im elterlichen Betrieb mitarbeitet. Eines Tages wird er ihn vermutlich gemeinsam mit seiner Schwester, die Landwirtschaft studiert, übernehmen und in dritter Generation weiterführen. „Dass wir dieses Jahr so früh dran sind, ist den warmen Tagen etwa vor einem Monat geschuldet, auch wenn es danach wieder frischer und regnerisch war. Sonne ist für Spargel das Wichtigste.“

Die Strampes setzen beim Spargelanbau als einzige im Landkreis auf den Einsatz von sogenannten Sonnentunneln – und sind deshalb jedes Jahr die Ersten, die Spargel anbieten. Die Tunnel funktionieren wie kleine Gewächshäuser. Unter der Folie werden auch schon im März leicht über 30 Grad erreicht, so Strampe. Die Frühsorten werden mit dreifacher Folie überzogen, um sie vor Ungeziefer und zuviel Licht zu schützen, später im Jahr reicht eine einfache Abdeckung aus.

Sonnentunnel funktionieren wie kleine Gewächshäuser

Nach und nach trudeln jetzt die ersten Erntehelfer ein, die auf dem Spargelhof Strampe im Wohnhaus und in Containern untergebracht sind. Insgesamt beherbergen Strampes jedes Jahr etwa 120 Saisonkräfte zum Spargel stechen, inzwischen kommen etwa 80 Prozent der Helfer aus Rumänien, der Rest aus Polen.

„Noch ist es eher ein Spargel suchen als ein Spargel stechen“, sagt Strampe junior lachend, denn bislang recken sich nur vereinzelte weiße Spargelköpfchen aus den aufgehäuften schwarzen Erdwällen empor. „Die 20 Arbeiter, die bislang da sind, müssen alles einzeln abgehen, das kostet viel Zeit.“ Die Wege sind in der Tat weit, mit rund 70 Hektar Fläche ist der Hof Strampe größter Spargelanbauer im Landkreis Lüneburg. Wegen des hohen Aufwands sind die Preise für Spargel am Anfang auch deutlich höher und sinken dann von Woche zu Woche. „Momentan liegt der Kilopreis der besten Klasse bei 12,90 Euro, das ist ein ganz guter Startpreis, er lag schon mal höher“, sagt Jungbauer Strampe.

Mit Salzkartoffeln, Schinken und Sauce Hollandaise

Dieser Tage ernte man etwa 500 Kilogramm Spargel pro Tag, in der Hauptsaison dann bis zu zehn Tonnen täglich. Max Strampe ist zuversichtlich, dass es eine erfolgreiche Saison wird. „Solange wir keine extreme Nässe oder Hitze bekommen, sieht es gut aus.“ Die ganze Familie Strampe genießt ihren Spargel übrigens am liebsten klassisch, mit Salzkartoffeln, Schinken und Sauce Hollandaise. „Aber Hauptsache Spargel“, sagt Max Strampe schmunzelnd. „Wir haben alles schon ausprobiert. Grüner Spargel schmeckt auch super in einer Auflaufform überbacken.“ Bis zum 24. Juni, dem Johannistag, dauert die Spargelsaison traditionell an. Doch danach geht es für Strampes ohne Pause weiter, denn auch Erdbeeren und Heidelbeeren, Brombeeren und Himbeeren wollen geerntet, verarbeitet und verkauft werden. Zeit zum Durchatmen hat die Familie dann wieder im Herbst.

Von Lea Schulze