Samstag , 24. Oktober 2020
Zwischen der Baugrube für die Arena Lüneburger Land und der Ostumgehung ist auch schon die Fläche für die Parkplätze vorbereitet worden. Deren Zahl wird jedoch bei Großveranstaltungen nicht reichen. (Foto: t&w)

Shuttle-Service soll es bei Großevents richten

Lüneburg. Die Arena-Kosten sind explodiert, haben 25,8 Millionen Euro erreicht. Dabei sind verkehrliche Probleme noch nicht einmal geklärt, und auch die Parkplatz-Situation sorgt für Kritik. Die Fraktion der Grünen im Stadtrat greift das Thema auf. In einem Antrag zur nächsten Ratssitzung am Mittwoch, 27. März, fordern sie die Verwaltung auf, „unverzüglich mit dem Landkreis in Gespräche einzutreten, um Lösungen für die sonst absehbaren Verkehrsprobleme im Umfeld der Arena noch vor deren Eröffnungstermin zu finden“. Die Sitzung beginnt um 17 Uhr im Huldigungssaal.

Großveranstaltungen sollen die Ausnahme sein

Stadtbaurätin Heike Gundermann hatte bereits in der vergangenen Ratssitzung erklärt, dass die Arena über 1360 Tribünenplätze verfügen werde. Davon ausgehend bedürfe es 272 Stellplätze, die der Landkreis auf dem Baugrundstück einrichten werde. Dies sei gemäß eines Runderlasses des niedersächsischen Bauministeriums für den Normalbetrieb der Arena bei Sport- und sonstigen Veranstaltungen ausreichend. Für Großveranstaltungen könnten durch die Bestuhlung der Sportfläche bis zu 3500 Besucher Platz finden. Laut Runderlass wären dafür 700 Stellplätze notwendig. Um aber der Forderung nach einem sparsamen Umgang mit der Ressource Boden gerecht zu werden und die Versiegelung auf ein Minimum zu beschränken, hätten sich Baugenehmigungsbehörde und Landkreis geeinigt, auf die Herstellung der Stellplätze zu verzichten und für Großveranstaltungen einen Shuttleservice einzurichten. Die Besucher würden vom Bahnhof und einem anderen Standort abgeholt. Das sei sachgerecht, da Großveranstaltungen die Ausnahme seien.

Parkchaos könnte Arena-Image eintrüben

So liest es sich auch in der Stellungnahme der Verwaltung zum nun eingebrachten Antrag der Grünen. Darin führt Wolf von Nordheim aus, dass bei Vollauslastung der Arena die 272 im Bauantrag ausgewiesenen Parkplätze „zweifellos viel zu gering sind“. In Kenntnis dessen könne der Lüneburger Stadtrat nicht abwarten bis zur Eröffnung der Arena, um dann erst die bereits heute erkennbaren Verkehrsprobleme zu lösen. Stattdessen sei jetzt schon die Aufgabe anzugehen, mit dem Landkreis als Bauherren belastbare Lösungen zu finden. Ansonsten bestehe die Gefahr, das Image der Arena durch Anfahrts- und Parkprobleme von Beginn an zu beeinträchtigen.

Gutachten sieht nur befristete Belastungsspitzen

Die Verwaltung macht in ihrer Stellungnahme deutlich, dass das Verkehrsgutachten ergeben habe, dass die Verkehrsbelastungen durch den Betrieb der Arena „nur zu bestimmten Zeiten unverträglich“ seien. Deshalb habe die Stadt in der Baugenehmigung weitergehende Forderungen an den Landkreis gestellt. So sollen die Verkehrsbelastungen bei Großveranstaltungen beoachtet werden und gegebenenfalls der Knotenpunkt Artlenburger Landstraße/Lüner Rennbahn zur Entlastung umgebaut werden. Mit einbezogen werden soll dabei, welche Auswirkung der Shuttleservice hat.

Grüne befürchten „wirtschaftliches Waterloo“

Ulrich Blanck, Fraktionsvorsitzender der Grünen, sagt: „Gerade wir Grünen setzen bekanntlich auf Alternativen zum Auto und begrüßen ausdrücklich den avisierten, aber uns noch nicht planerisch dargestellten Shuttleservice. Allerdings können wir den Optimismus der Verwaltung zur Akzeptanz, Annahme und Praktikabilität dieses Angebotes weder teilen noch nachvollziehen. Es verbietet sich, wenn die Arena nicht auch noch ein wirtschaftliches Waterloo werden soll, nach dem Prinzip Hoffnung die Eröffnung abzuwarten und erst danach die vorhersehbaren Probleme anzugehen. Offensichtlich will man die Öffentlichkeit über die weiteren Kosten, die unweigerlich mit der Arena Lüneburger Land verbunden sind, nicht vor der Landratswahl aufklären.“

Von Antje Schäfer