Montag , 28. September 2020
Bürgermeister Helmut Kowalik ist dafür, dass sich auf der Fläche an der B 209 nahe dem Birkenweg in Brietlingen ein Arzt, eine Apotheke und eine Pflegeeinrichtung ansiedeln. Foto: t&w

Wunsch nach neuer Tankstelle an der B209

Brietlingen. Zur aktuell größten Mitgliedsgemeinde in der Samtgemeinde Scharnebeck hat sich Brietlingen gemausert. Der Ort zählt mehr als 3500 Einwohner. Aber: „Bei der Größe fehlen uns aber leider einige Dinge in der Infrastruktur“, bedauert der ehrenamtliche parteilose Bürgermeister Helmut Kowalik. In Gesprächen mit Bürgern kämen vor allem immer wieder Wünsche nach einer Arztpraxis, einer Apotheke und einer Einrichtung für Pflegebedürftige, so Kowalik. „Ältere Brietlinger würden auch dann gerne im Ort bleiben, wenn sie auf Hilfe beziehungsweise Pflege im Alter angewiesen sind. Doch ein entsprechendes Angebot gibt es bei uns nicht“, sagt er. Noch nicht. Denn die Gemeinde versucht, gegenzusteuern.

„Wir planen im Bereich Birkenweg nördlich des Neetze-Kanals an der Bundesstraße 209 ein neues Wohngebiet mit Einzel- und Mehrfamilienhäusern, an das sich ein Ärztehaus, eine Apotheke und eine Pflegeeinrichtung angliedern sollen“, berichtet Gemeindedirektor Laars Gerstenkorn. Und nicht nur das. „Auf der gegenüberliegenden Seite der Bundesstraße möchten wir einen Standort für eine Tankstelle realisieren“, ergänzt er. Denn nachdem Aral seine bisherige knapp einen Kilometer weiter nördlich an der B 209 neben dem Landhotel Franck Anfang des Jahres geschlossen hatte, rege sich im Ort Bedarf nach einem Ersatz. Gerstenkorn: „Vor allem von Landwirten hören wir, dass sie gerne eine neue Tankstelle in Brietlingen hätten, weil sie zurzeit weite Umwege fahren müssen, wenn sie ihre Fahrzeuge betanken wollen.“ Im Übrigen, ergänzt Kowalik, habe die Gemeinde die von ihr ins Auge gefasste Fläche an der B 209 seit 18 Jahren für die Gewerbeansiedlung freigehalten. „Der Standort an der Bundesstraße ist ideal für eine Tankstelle“, meint er.

„Mit der Wohnbebauung hat der Landkreis kein Problem“

Allerdings, so räumt Laars Gerstenkorn ein, sei der Landkreis Lüneburg als zuständige Genehmigungsbehörde bisher nicht einverstanden mit der Planung der Gemeinde. „Mit der Wohnbebauung hat der Landkreis kein Problem, jedoch mit der Tankstelle“, sagt er. Der Grund liege in der Raumplanung für diesen Bereich Brietlingens. „Es ist planerisch nicht gewollt, dass die Ortsteile zusammenwachsen, also in diesem Fall die von uns angedachte Fläche mit dem Altdorf“, so der Gemeindedirektor. „Doch wir werden um diesen Standort ringen und inzwischen gibt es auch durchaus positive Signale vom Kreis für unser Ansinnen.“ Dass die Kommune den Bereich Birkenweg überplant, liegen für Bürgermeister und Verwaltungschef auf der Hand. „Wir reagieren auf den Siedlungsdruck und die demografische Entwicklung in der Region“, sagt Kowalik. Laars Gerstenkorn erklärt, dass die Gemeinde daher auf ihrem Gebiet schon längere Zeit nach Möglichkeiten für die weitere Besiedlung sucht. „Politisch ist es in der Gemeinde gewollt, dass Brietlingen weiter wächst“, berichtet er.

Um das Thema Ortsentwicklung geht es dann auch bei der nächsten Ratssitzung am Dienstag, 26. März, um 20 Uhr im Schoolhus Lüdershausen. Der Rat will den Bebauungsplan Nr. 21 „Ritzkamper Weg“ beschließen. Überdies beantragt die SPD-Fraktion, die Gemeinde als Grundzentrum in das Regionale Raumordnungsprogramm des Landkreises Lüneburg aufzunehmen. Ziel ist es, dass die Gemeinde auch künftig Wohnstätten sichern und entwickeln kann sowie überörtliche Bedarfe für Pflegeeinrichtungen und Nahversorgung abdecken darf, so die Fraktionsvorsitzende Angela Lütjohann in der Antragsbegründung.

Von Stefan Bohlmann