Dienstag , 29. September 2020
CDU-Stadtverbands-Vorsitzender Alexander Schwake. (Foto: t&w)

CDU verspürt Wechselstimmumg

Lüneburg. „Die CDU lebt und ist im Aufschwung“ – optimistisch blickte Stadtverbands-Vorsitzender Alexander Schwake im Restaurant Vitalissimo in die Runde der 30 Parteifreunde, darunter drei Neumitglieder. Schwake hatte nach internen Verwerfungen vor einem Jahr den Vorsitz des weiterhin 203 Mitglieder zählenden Stadtverbandes von Nils Webersinn übernommen.

Es sei ein „intensives Jahr“ geworden. Nach der „Zeit der Veränderung“ sei jetzt die „Zeit der Festigung“. Schwake: „Die CDU steht gut da. Wir sind so geschlossen wie schon lange nicht mehr.“

Jamaika im Stadtrat ist nur ein „Zweckbündnis“

Schwake will den Stadtverband breiter aufstellen. „Wir müssen uns für jeden öffnen.“ Junge Arbeitnehmer mit Familie suchten Perspektiven, sie müsse man viel stärker einbeziehen. So hat im Stadtverband eine Gruppe aus Wirtschaftsfachleuten und Wissenschaftlern ein Positionspapier für den 3D-Druck-Standort Lüneburg erarbeitet. Für Schwake eines der Zukunftsthemen. „Wir haben hier die Chance, der Standort im Norden zu werden.“

Der CDU-Stadtverbandsvorsitzende möchte aber in der Partei auch ein „Zuhause für Werte“ schaffen. Die Frage von Nachhaltigkeit und Schutz der Natur seien eigentlich klassische CDU-Themen, „die dürfen wir nicht den Grünen überlassen“.

CDU-Kreischef Felix Petersen argumentierte ähnlich. Mit der Urwahl des Landratskandidaten habe man die Politik aus dem Hinterzimmer befreit. Auch bei Inhalten gelte es künftig, Themen „ganz neu aufzubereiten“ und bisherige Strukturen zu verlassen.

Nicht auf allen Feldern einer Meinung

Die „Jamaika-Gruppe“ im Rat der Stadt mit Grünen und FDP bezeichnete CDU-Fraktionschef Rainer Mencke als „Zweckbündnis, um ein Gegengewicht zur Allmacht der SPD“ zu schaffen. Nicht auf allen Feldern sei man einer Meinung. Bei den Planungen für den Grüngürtel West und das Hanseviertel III habe die CDU daher „ausscheren müssen“. Mit dem Stadtentwicklungskonzept und dem Nachhaltigkeitsplan seien jetzt aber zwei Kernprojekte der Zukunft auf den Weg gebracht worden.

Mencke sieht hierin auch das inhaltliche Fundament für das große Ziel im Jahr 2021: „Wir wollen dann den Hauptverwaltungsbeamten stellen.“ Die Chance sei da, weil „es nach so langer Zeit eine Wechselstimmung gibt“.

Ein wichtiger Schritt auf diesem Weg ist für Lüneburgs Christdemokraten die Landratswahl. CDU-Kandidat Jens Böther, von Schwake als „unser Landrat ab dem 26. Mai“ vorgestellt, kündigte an, als erster Mann im Kreishaus auf einen anderen Stil setzen zu wollen. „Vermittlung zu organisieren“, „Ausgleich zu erzeugen“ und „den Tunnelblick aufzuweiten“ nannte Böther als Schlagworte. Er sehe sich in der Rolle eines Moderators, „aber mit Zielen“. „Da kann mehr passieren, als dies heute der Fall ist.“

Landrat aus der eigenen Partei als Etappenziel

Inhaltlich betonte der derzeitige Bürgermeister von Bleckede, dass Lüneburg der Motor für den Landkreis sei. Es gelte, den Wachstum der Region zu gestalten. Dies gelinge auf Feldern wie Wohnungsbau, Verkehr und Firmenansiedlungen aber nur über eine bessere Kooperation und Kommunikation zwischen Stadt und Umland.

Die Stadt-CDU werde die Landratswahl nicht unterschätzen, unterstrich Schwake. Ein Landrat der CDU sei ein wichtiges Etappenziel für eine erfolgreiche Oberbürgermeisterwahl. Für 2021 bildet die Stadt-CDU bereits finanzielle Rücklagen, um schlagkräftig zu sein. Und sie sondiert ein Bewerberfeld – derzeit in kleinem Kreis.

Von Marc Rath