Samstag , 26. September 2020
Im Kreis Lüneburg waren Beschäftigte zuletzt durchschnittlich 20 Tage im Jahr lang krankgeschrieben. (Symbolfoto: t&w)

Lüneburger sind häufiger krank als der Durchschnitt

Lüneburg. Grippe zum Winterende, Rückenbeschwerden, Unfall am Arbeitsplatz: Im Kreis Lüneburg waren Beschäftigte zuletzt durchschnittlich 20 Tage im Jahr lang krankgeschrieben. Das geht aus der jüngst vorgelegten Statistik der Betriebskrankenkassen (BKK) hervor. Der Krankenstand – also der durchschnittliche Anteil der Krankgeschriebenen pro Tag – lag hier zuletzt bei 5,4 Prozent. Damit liegt der Landkreis über dem bundesweiten Schnitt von 4,9 Prozent.

Auf den BKK-Gesundheitsreport, der auf Zahlen aus dem Jahr 2017 fußt, verweist die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU), wenn sie von einem wachsenden Teil der Krankmeldungen spricht, die auf eine höhere Arbeitsbelastung zurückzuführen sei. „Die gute Konjunktur und fehlende Fachkräfte sorgen dafür, dass Überstunden immer häufiger zum Normalfall werden. Doch Termindruck und Stress machen auf Dauer krank“, sagt der Bezirksvorsitzende der Gewerkschaft, Matthias Maurer.

Bei hohem Druck gehen Beschäftigte krank zur Arbeit

„Gerade im Baugewerbe ist die Arbeitsbelastung wegen der vielen Aufträge derzeit enorm. Und in der Reinigungsbranche ist es gang und gäbe, dass Beschäftigte regelrecht im Wettkampf gegen die Uhr putzen müssen“, sagt Maurer. Hinzu kommt: Dort, wo der Arbeitsdruck hoch ist, gehen viele Beschäftigte auch dann zur Arbeit, wenn sie krank sind. Mit Sorge beobachte man auch die Zunahme von Fehltagen aufgrund psychischer Erkrankungen.

Laut BKK fehlten Beschäftigte im Land 2017 durchschnittlich an 18,8 Tagen wegen Krankheit im Job. 2013 waren es noch 16,9 Tage. Bundesweit lag die Arbeitsunfähigkeit bei bei 17,7 Tagen. lz