Donnerstag , 24. September 2020
Im Raum Lüneburg sind am Valentinstag mehrere Menschen von Betrügern angerufen worden, die sich als Polizisten ausgegeben haben. (Foto: t&w)

Falsche Polizisten bringen Senioren um ihr Geld

Bardowick/Lüneburg. Wieder hat die Masche funktioniert: Angebliche Polizisten haben ein Ehepaar aus der Samtgemeinde Bardowick um mehrere Tausend Euro Bargeld betrogen. Die Polizeiinspektion Lüneburg warnt deshalb erneut eindringlich vor Anrufern, die sich als Beamte ausgeben.

Wie die Polizei berichtet, hatten die Täter den Senioren am Telefon zunächst mehrfach die Geschichte eines bevorstehenden Überfalls aufgetischt und behauptet, das Geld der älteren Leute in Sicherheit bringen zu wollen. Darauf hätte sich das Ehepaar am Valentinstag schließlich eingelassen und den Gaunern das Geld überlassen.

Im Verlauf des 14. Februar haben sich der Polizei zufolge weitere ältere Menschen aus der Region gemeldet und ebenfalls über Anrufe angeblicher Polizisten berichtet. Die Betroffenen
seien jedoch misstrauisch geworden und hätten das Telefongespräch abgebrochen.

In diesem Zusammenhang warnt die Polizei nochmals vor den angeblichen „Kollegen“ und appelliert dabei insbesondere auch an die jüngeren Angehörigen: „Sprechen Sie mit ihren Eltern, Tanten, Onkels über die möglichen Betrugsmaschen – es ist Ihr Erbe, das den Gaunern in die Hände fällt.“ lz

Die Masche

So erkennen Sie Betrugsversuche

Die Betrüger nehmen meist telefonischen Kontakt auf und geben vor, Polizeibeamte zu sein. Oft wird behauptet, dass Einbrecher festgenommen worden seien. Man habe bei der Durchsuchung einen Notizzettel mit Namen und Anschrift der Angerufenen gefunden. Nun wolle die Polizei weitere Straftaten verhindern. Dazu sei die Mitarbeit der ausgewählten Opfer erforderlich. Betrüger können sich auch als Staatsanwälte, Bankmitarbeiter oder andere Amtspersonen ausgegeben.

Am Telefon versuchen die Täter, Informationen über vorhandene Wertgegenstände, Schmuck, Bargeld und Wertanlagen zu erlangen. Es wird angeboten, vorbeizukommen und Geld und andere Wertgegenstände abzuholen und sicher bei Polizei aufzubewahren. Mancher Täter behaupten auch, Hinweise von Bankmitarbeitern bekommen zu haben. Ziel ist es, auch noch an Bankguthaben der Opfer zu kommen.

Durch Manipulation kann die sogar Telefonnummer der richtigen Polizei auf der Telefonanzeige sichtbar sein, obwohl der Anruf nicht von der Polizei kommt! Dies gilt sowohl für die 110 als auch die 8306 mit entsprechender Durchwahlnummer. Manchmal werden auch bekannte Namen ins Spiel gebracht, etwa der eines Kontaktbeamten. Auch der Name des BKA-Präsidenten, Holger Münch, wurde schon verwendet.

Ein weitere Variante ist, dass die Täter an der Haustür klingeln. Bei diesem Trick geben die Täter vor, in die Wohnung nebenan sei eingebrochen worden. Nun sei es erforderlich, auch im Nacharhaus die Fenster und Türen auf Einbruchspuren zu kontrollieren. In der Regel kommen zwei Täter, die sich als Kriminalbeamte vorstellen und daher
auch keine Uniform tragen. Sie weisen sich mit falschen Ausweisen oder falscher Kripo-Marke aus. Während der eine Täter mit dem Opfer Fenster für Fenster „nach Spuren absucht“, durchsucht der andere Täter in dieser Zeit die möglichen Verstecke nach Geld und Wertsachen.

Die Polizei bittet darum, niemals Geld abzuheben oder Bargeld, Schmuck und Wertgegenstände auszuhändigen, um Ermittlungen zu unterstützen, sondern immer sofort die 110 anzurufen.