Donnerstag , 1. Oktober 2020
Wann und wie oft die Busse fahren sollen, ist immer wieder Thema der Politik. Ihre Forderungen an den künftigen Nahverkehrsplan wurden dennoch nicht alle vom Landkreis erfüllt. (Foto: t&w)

Zweite Chance für Forderungen

Lüneburg. Wenn es in den kommenden Sommern wieder ähnlich heiß wird wie 2018, dürften vor allem diejenigen ins Schwitzen kommen, die in Lüneburg auf den Bus angewiesen sind. Denn anders als von der Stadt gefordert, hat der Landkreis die Ausstattung sämtlicher im Linienverkehr eingesetzten Busse mit Klimaanlagen abgelehnt. Ähnliche Absagen erteilte der Landkreis weiteren von der Stadt vorgetragenen Wünschen, die sie im Zuge der Neufassung des ab Dezember geltenden Nahverkehrsplans vortrug. Das geht aus einer Übersicht hervor, die im Umweltausschuss des Rates am Donnerstag, 14. Februar, Thema sein wird.

Nicht alle Wünsche wurden erfüllt

25 Stellungnahmen hatte die Stadt im vergangenen Jahr abgegeben, allesamt Vorschläge und Forderungen, den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) in der Stadt und den umliegenden Gemeinden zu verbessern. Zwar fand vieles davon auch seinen Niederschlag in der Endfassung, die vom Kreistag im vergangenen November beschlossen wurde, einiges aber eben nicht. In einer der vorangegangenen Sitzungen war die Verwaltung gebeten worden, dem Umweltausschuss die städtische Forderungsliste vorzulegen.

Abgelehnt wurde vom Landkreis als Aufgabenträger des ÖPNV beispielsweise die Forderung der Stadt, die Linie 5002 (Vögelsen/Bardowick/ZOB) weiterhin über den Platz Am Sande fahren zu lassen. Der Entwurf wiederum sah vor, die Linie über den Reichenbachplatz direkt zum ZOB zu führen. Das Argument der Stadt: Die Auslassung des Platzes Am Sande widerspreche dem Prinzip im Stadtverkehr, alle Stadtteile direkt an die Innenstadt anzubinden. Der Landkreis hielt dagegen, die Innenstadt sei auch vom Reichenbachplatz aus fußläufig gut zu erreichen. Zudem werde mit der Auslassung des Platzes Am Sande das Ziel der Stadt verfolgt, den Platz vom Busverkehr zu entlasten. „Hierzu können – mehr noch als die seltener verkehrenden Regionalbuslinien – die Stadtbusse einen entscheidenden Beitrag leisten“, heißt es in der Liste.

Ebenso abgelehnt wurde der Wunsch nach Erhalt des bisherigen Linienweges der Buslinie 5015 in Ebensberg mit Weiterführung nach Erbstorf. Als Begründung nannte der Landkreis die zu geringe Fahrgastnachfrage, die den Kostenaufwand nicht rechtfertigte.

Arbeitsgruppe prüft weitere Anliegen

Allerdings gibt es auch Zustimmung, so etwa die Integration der Gemeinden Wendisch Evern und Deutsch Evern in den Stadtlinienverkehr sowie die bessere Anbindung der Universität durch einen 30-Minuten-Takt der Linie 5001.

Dass die Liste nun Thema im Umweltausschuss ist, obwohl der Nahverkehrsplan bereits vom Kreistag beschlossen wurde, ist laut Sebastian Heilmann, ÖPNV-Beauftragter der Stadt, kein Widerspruch. Denn im Rahmen einer Arbeitsgruppe mit dem Landkreis, dem Verkehrsplanungsbüro VNO und dem Busbetreiber KVG könne die Stadt noch bis Ende Juni Änderungswünsche vorbringen. Aber auch danach soll es nach den Vorstellungen der Stadt weitere Anpassungen geben können, um sicherzustellen, dass die „zum Teil gravierenden Änderungen im Stadtbusverkehr“ auch den Bedarf im Grundangebot sicherstellen. Dazu sollen regelmäßige Überprüfungen durchgeführt werden.

Dann könnten ja vielleicht auch die von der Stadt geforderten Klimaanlagen noch kommen. Die hatte der Landkreis im ­Übrigen aus Kosten- und Umweltschutzgründen abgelehnt.
Der Ausschuss tagt ab 15 Uhr im Huldigungssaal des Rathauses.

Von Ulf Stüwe

https://www.landeszeitung.de/a/31286-wunschkonzert-zum-busverkehr