Sonntag , 27. September 2020
Allison Fege repariert unter den Augen von Prüfer Holger Twesten aus Mechtersen die Kabelverbindung eines Anhängers. Foto: t&w

Mit Köpfchen und Geschick

Lüneburg. 79 Auszubildende landwirtschaftlicher Berufe aus der Region rund um Lüneburg traten am Donnerstag zum Kreisentscheid im Landjugend-Berufswettbewerb an. Alle zwei Jahre wird der Vergleich der Nachwuchslandwirte und Fachschüler an den Berufsbildenden Schulen III in Lüneburg durchgeführt. Die Schüler müssen theoretische Aufgaben zu Allgemeinwissen und fachspezifischen Fragen lösen. Der größte Teil der Prüfung besteht aber aus praktischen Aufgaben, bei denen handwerkliches Geschick, aber auch Köpfchen gefragt ist. Insgesamt richten landesweit 40 Berufsbildende Schulen den Wettbewerb aus. Die Sieger qualifizieren sich zunächst für einen Gebietsentscheid im Ammerland beziehungsweise Celle. Ende März folgt der abschließende Landesentscheid in Nienburg.

Futtermittel und Sämereien

Unter den prüfenden Blicken von Landwirtschaftsmeister Matthias Krumstroh aus Scharnebeck begutachtet der 20-jährige Konrad Steckmann Futtermittel und Sämereien, die in einem Unterrichtsraum in aufgereihten, weißen Plastikschalen vor ihm stehen. Der Auszubildende im dritten Lehrjahr, der sich sonst im Alltag in einem Betrieb in Vorwerk im Kreis Uelzen um Milchkühe kümmert, ordnet Senfsamen und verschiedene Getreidesorten richtig zu. Nur bei den Strohpellets zweifelt er kurz. Lehrer Hagen Schultz-von Gadow ist mit seinen Schützlingen zufrieden: „Der Wettbewerb ist für die Auszubildenden auch eine gute Möglichkeit, ihr Wissen und ihren Leistungsstand zu überprüfen.“ Prüfer Krumstroh kennt auch die andere Seite, hatte während seiner Ausbildung 2002 auch an der Veranstaltung teilgenommen. Deshalb weiß er: „Man hat schon den Anspruch an sich selbst, hier eine vernünftige Leistung abzuliefern.“

Die Bandbreite der Wissenstests geht von der Bestimmung der Entwicklungsstadien von Pflanzen bis hin zum Reparieren eines defekten Kabels an einem landwirtschaftlichen Anhänger. Dieter Steffan vom Bauernverband Nordost-Niedersachsen, der den Wettbewerb mitorganisiert, sagt: „Hier werden viele praktische Themen behandelt, die später auch in der beruflichen Praxis weiterhelfen.“ Für die praktische Erfahrung, ein Anhängerkabel zu reparieren, zeigte sich so auch die 32-jährige Allison Fege aus Hollenstedt. Die ausgebildete Systemgastronomin probt den Quereinstieg in die Landwirtschaft, befindet sich im zweiten Ausbildungsjahr.

Bewertet werden die Teilnehmer in zwei Leistungsgruppen.

Zur Leistungsgruppe I gehören alle Jugendlichen, die in der Landwirtschaft, der Hauswirtschaft, der Forstwirtschaft, der Tierwirtschaft oder im Weinbau in der Ausbildung sind, heißt es beim Bundesinformationszentrum Landwirtschaft. In Leistungsgruppe II können alle jungen Menschen bis 35 Jahre, die sich in einer Fortbildung, auch Duales Studium, befinden, antreten. In der Sparte Landwirtschaft II starten von Anfang an Zweierteams, die auch gemeinsam bewertet werden.

Im Kreisentscheid machte am Donnerstag in der Leistungsgruppe I Tim Hagemann aus Westergellersen den ersten Platz, gefolgt von Johann Bangemann aus Höver und Ole Wöhnecke aus Lüneburg. In der Leistungsgruppe II belegte das Zweierteam Daniel Peters aus Bardowick und Steffen Cordes aus Lübberstedt den ersten Platz, gefolgt von Laura Möller aus Bartelsdorf und Phillip Flöter aus Kapern.

Von Dennis Thomas