Donnerstag , 22. Oktober 2020
AfD-Stadtverbandschef Robin Gaberle (Foto: A/us)

Reifen des AfD-Politikers Gaberle zerstochen

Lüneburg. Der Vandalismus hat wohl einen politischen Hintergrund: Unbekannte hatten in der Nacht zu Montag am Lüner Weg alle Reifen eines Renault zerstochen. Jetzt stellt sich heraus: Das Auto gehört dem AfD-Stadtverbandschef und Ratsherren Robin Gaberle. Auf der Internet-Plattform indymedia hat eine sich nicht näher bezeichnende antifaschistische Gruppe die Verantwortung übernommen.

Der polizeiliche Staatsschutz hat sich – wie in solchen Verfahren üblich – in die Ermittlungen eingeschaltet. Einen konkreten Tatverdacht gebe es noch nicht, hieß es am Dienstag von der Polizei, das Schreiben sei vermutlich echt. Dafür spreche, dass die Aktivisten Verantwortung für weitere Anschläge übernehmen: Die Geschäftsstelle der AfD war in der Vergangenheit mit Farbe und Gülle beschmiert, Autos des AfD-Landtagsabgeordneten Stephan Bothe aus Amelinghausen beschädigt worden.

Bothe fordert Eingriff des Staates

Augenscheinlich hatte das Vorgehen etwas mit einer AfD-Veranstaltung am Dienstag zu tun. Denn in dem Bekennerschreiben heißt es mit Hinweis auf das Treffen im Glockenhaus: „Mit platten Autos fährt es sich schlecht zur nächsten Infoveranstaltung.“ Und weiter: „Ihm (Gaberle, die Redaktion) hätte bewusst sein sollen, dass jeder, der sich in Lüneburg für die AfD exponiert, ähnliche Konsequenzen erwarten muss.“

Bothe reagiert mit einer Pressemitteilung. Deren Tenor: Die Polizei tue zu wenig gegen die Antifa, „ich fordere endlich ein Eingreifen des Staates gegen diese extremistische Bewegung!“.
Bei der AfD-Veranstaltung am Abend musste die Partei Gegner ins Haus lassen, denn die zeigten sich zunächst ruhig. Die Polizei erklärte: „Erst wenn jemand die Versammlung stört, kann ihn der Versammlungsleiter ausschließen.“ Im Zweifel mit Hilfe der Polizei. Da es von beiden Seiten später keinen Bürgerdialog gab, zudem die AfD eingeladen hatte, sondern Parolen und Musik der AfD-Kritiker, mussten Teilnehmer gehen. Die meisten kamen der Aufforderung nach, einige wurden von Beamten aus dem Saal getragen. ca