Donnerstag , 1. Oktober 2020
Das betreffende Areal am Lösegraben aus der Vogelperspektive. Foto: be

Neubau am Lösegraben

Lüneburg. Nachdem die alte Villa am Bürgergarten, in der unter anderem die Geschäftsstelle des CDU-Kreisverbandes untergebracht war, Ende 2015 an den Lüneburger Bauunternehmer Andreas Ohlms verkauft worden war, hatte dieser das Gebäude im Juli 2016 abreißen lassen. Ohlms erklärte damals gegenüber der Landeszeitung, dass er im März einen Bauantrag bei der Stadt eingereicht habe. Danach lag das Grundstück brach. Inzwischen lässt ein kleiner Bagger auf dem Areal erahnen, dass dort etwas passiert. Auf Anfrage bei der Stadt heißt es: Ein zweigeschossiges Mehrfamilienhaus soll entstehen. Die Baugenehmigung wurde 2018 erteilt.

Grundstück liegt an der nördlichen Peripherie des Areals am Lösegraben

Das überrascht, denn das Grundstück liegt an der nördlichen Peripherie des Areals am Lösegraben, das sich von der Bockelmannstraße bis hin zum Altenbrücker Damm zieht. Dort gilt eine sogenannte Veränderungssperre. Um den Charakter des Viertels zu bewahren und die Gartenflächen vor „unangemessener Bebauung“ zu schützen, hatte sich die Stadt 2016 entschlossen, einen Bebauungsplan aufzustellen und eine zweijährige Veränderungssperre beschlossen. Diese trat noch im September desselben Jahres in Kraft.

Stadtbaurätin Heike Gundermann hatte damals dazu erläutert, dass die Sperre während der Erarbeitung des Bebauungsplanes verhindern solle, dass bauliche Anlagen geschaffen, vorhandene geändert oder erweitert und damit Fakten geschaffen werden, die einem neuen Bebauungsplan zuwider laufen. Sie hatte aber auch deutlich gemacht, dass während der Veränderungssperre die Möglichkeit bestehe, Ausnahmen zu erteilen und Bauanträge zu bescheiden. Das sei jedoch nur möglich, wenn die Bauvorhaben den Zielen des Bebauungsplanes nicht widersprächen.

Im vergangenen Sommer sprach sich der Rat für eine Verlängerung der Veränderungssperre um ein weiteres Jahr aus, weil weitere Untersuchungen für die Aufstellung des Bebauungsplanes notwendig waren.

Geplantes Gebäude erfüllt alle Kriterien

Mit Blick auf das genehmigte Bauvorhaben auf dem Areal Bürgergarten 4 macht die Stadt deutlich, dass es den Zielen des in Aufstellung befindlichen Bebauungsplanes „Altenbrücker Damm/Lüner Damm“ nicht entgegen stehe. Pressesprecherin Ann-Kristin Jenckel: „Wichtige Kriterien bei dieser Entscheidung waren die Ausmaße des Bauvorhabens, der Abstand des geplanten Wohnhauses zum Lösegraben sowie die Dachform.“

Entstehen soll ein zweigeschossiges Mehrfamilienhaus mit fünf Wohneinheiten. „Das Wohnhaus wird ein Satteldach haben und von der Lage eine ähnliche Position haben wie das ehemalige Gebäude auf dem Grundstück. Dadurch ist gewährleistet, dass wertvolle Flächen am Lösegraben unbebaut bleiben“, erläutert Ann-Kristin Jenckel.
Eine LZ-Anfrage an Andreas Ohlms, wann mit dem Bau begonnen werde und für wann die Fertigstellung geplant ist, blieb unbeantwortet.

Laut Stadt soll der aktuelle Entwurf des Bebauungsplanes „Altenbrücker Damm/Lüner Damm“ voraussichtlich im Februar im Bauausschuss vorgestellt werden.

Von Antje Schäfer