Dienstag , 20. Oktober 2020
Jonna Fenrich (l.) und und Jana Smolka haben mit ihren Kommilitonen eine kleine Schau zum Thema Müll in der Ilmenau zusammengestellt. Foto: ca

Studium in der nicht ganz sauberen Ilmenau

Lüneburg. GutBio steht auf der Plastiktüte, die die Studenten aus der Ilmenau gezogen haben – ein Beispiel dafür, dass Bio nicht immer gut sein muss. Jonna Fenr ich, Jana Smolka und ihre Kommilitonen haben aus der als sauber geltenden Ilmenau im Stadtgebiet Fahrradreifen, Schuhe, Dosen und Folien gefischt. „Das ist nur das, was man sehen kann“, sagt Jana Smolka. Sorgen macht sie sich um kleinste Partikel, denn die jungen Leute haben über Behörden eben auch erfahren, dass im Wasser feinste Plastikteilchen, Rückstände von Schmerzmitteln, Antibabypille und beispielsweise Schutzmitteln treiben, die etwa schädlich für Muscheln sind.

Was sie herausgefunden haben, präsentieren die Studenten in einer kleinen Schau im Museum. Damit haben sie eins ihrer Ziele erreicht: Öffentlichkeit für eine Problem herzustellen. Dabei gab es Unterstützung von Kuratorin Lea Schott.

Am besten schon im Supermarkt Müll vermeiden

Die Erstsemester arbeiten zu Beginn ihres Studiums an der Leuphana fachübergreifend zusammen. Um Grundlagen wissenschaftlichen Arbeitens zu lernen, haben die jungen Frauen und ihre Mitstreiter sich mit Dozentin Mercedes Corrales ein Thema aus dem Bereich Umwelt vorgenommen. Titel: Wohin mit dem Abfall?

Im Fokus der angehenden Akademiker: die Ilmenau. Denn Unmengen von Kunststoffen in Meeren vor Asien dürften nicht darüber hinwegtäuschen, auch in Deutschland sei der Abfall ein Problem. Ihr Anliegen: am besten Müll vermeiden. Das fange schon damit an, im Supermarkt Obst und Gemüse nicht in Plastikschalen und -folien zu kaufen. Jonna Fenrich achtet zum Beispiel darauf Glasflaschen zu nehmen, statt in Kunststoff abgepackte Getränke.

Für die Studenten war es nicht einfach, an Informationen zu gelangen: Den einen Ansprechpartner für die Ilmenau gebe es nicht. Stadt, Landesbehörden wie der Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz und selbst an der Uni – überall dauerte es, bis sie vorankamen und Informationen zusammentragen konnten. Doch eben das sei spannend. Ein weiteres Thema haben sie im Blick: Filter in Kläranlagen. ca