Donnerstag , 22. Oktober 2020

Der erwartbare Winteranstieg

Lüneburg. Die Arbeitslosigkeit in Stadt und Landkreis Lüneburg hat im Januar zugenommen. 5458 Frauen und Männer sind aktuell bei der Agentur für Arbeit gemeldet, das sind 550 mehr als im Dezember und 78 mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote liegt damit nun bei 5,6 Prozent. Vor allem die Altersgruppe 50+ trifft der Trend, hier gibt es nun 170 Personen mehr, die sich nach einem neuen Job umsehen müssen.

Für Kerstin Kuechler-Ka­koschke, Chefin der Agentur für Arbeit Lüneburg-Uelzen, war der Anstieg „erwartbar“. Denn die Wintermonate seien erfahrungsgemäß durch höhere Arbeitslosenzahlen geprägt. Ein wesentlicher Grund dafür seien Entlassungen in witterungsabhängigen Berufen, zum Beispiel auf dem Bau. Für den Februar erwartet die Arbeitsmarktexpertin eine Arbeitslosigkeit auf ähnlichem Niveau, bevor die Frühlingsmonate die Zahlen ihrer Einschätzung nach wieder schmelzen lassen dürften.

Viele offene Stellen in der Zeitarbeit und im Kfz-Handel

Eine weitere Erkenntnis des aktuellen Arbeitsmarktreports: „Nicht nur der Stellenbestand an sich, auch die Zahl der neu gemeldeten Stellen zeigte im Januar deutliche Zuwächse“, führt die Agenturchefin aus. 1548 unbesetzte Stellen sind der Agentur demnach derzeit in Stadt und Landkreis Lüneburg gemeldet, allein für 380 Stellen wurde der Bedarf an Mitarbeitern neu angemeldet. Die meisten Stellenzugänge kamen aus den Bereichen Zeitarbeit, Kfz-Handel und -werkstätten sowie Gesundheits- und Sozialwesen.

Für die Schüler, die gerade ihre Halbjahreszeugnisse bekommen haben und die im letzten Schuljahr sind, geht es in den Endspurt um einen Ausbildungsplatz. Kuechler-Kakoschke hat sie im Blick und sagt: „Die Palette der Ausbildungsmöglichkeiten in unserer Region ist breit gefächert und bietet für alle Schulabschlüsse Einstiegsmöglichkeiten. Wer einen Haupt- oder Realschulabschluss anvisiert, dürfte am ehesten die duale Ausbildung in den Fokus nehmen.

Neues Einstiegsmodell für Hauptschüler

Noch unbekannt in diesem Bereich sei oft die sogenannte gestufte Ausbildung. „Für Jugendliche, die einen Hauptschulabschluss erreicht haben und nicht eine weitere schulische Schleife drehen, sondern ins Berufsleben starten möchten, ist das eine gute Möglichkeit“, findet die Agenturchefin. Das Modell: Während einer zweijährigen betrieblichen Ausbildungszeit in einem anerkannten Ausbildungsberuf erreichen sie beispielsweise den Abschluss als Verkäuferin oder Hochbaufacharbeiter. Anschließend können sie die Ausbildung, die je nach Beruf ein oder eineinhalb Jahre dauert, zur Einzelhandelskauffrau oder zum Maurer anschließen. Generell empfiehlt sie: „Wer jetzt in der Abschlussklasse ist, sollte nicht länger warten und jetzt den Kontakt zur Berufsberatung suchen und sich so optimal für den Berufseinstieg vorbereiten – egal, von welchem Schulzweig.“ ahe

>>>Arbeitsmarktreport Januar 2019<<<