Freitag , 25. September 2020
Dr. Michael Moormann bleibt Geschäftsführer des Klinikums. Die Stadt ist mit Abstand der größte Anteilseigner der Gesundheitsholding, unter deren Dach das Klinikum firmiert. Foto: t&w

Lüneburg braucht mehr Betten

Lüneburg. Wirtschaftlicher Sachverstand, ausgezeichnete Kompetenzen in der Geschäftsführung und eine gute Partnerschaft mit den Mitarbeitern, das zeichne Dr. Michael Moormann, Geschäftsführer des Lüneburger Klinikums aus. „Deshalb hat sich der Gesellschafter auf Vorschlag des Aufsichtsrates dafür ausgesprochen, den Vertrag von Dr. Moormann um weitere zehn Jahre zu verlängern“, erklärt Oberbürgermeister Ulrich Mädge. Der Verwaltungschef unterzeichnete jetzt mit Moormann den Vertrag, da die Stadt kommunaler Träger des Klinikums ist.

Moormann hatte 2009 die Geschäftsführung des Klinikums übernommen, damals mit einem 5-Jahres-Vertrag, der 2014 verlängert wurde. In dieser Zeit sei er treibende Kraft für Veränderungen gewesen, habe gleichzeitig die Wirtschaftlichkeit der Gesellschaft stetig verbessert, macht Aufsichtsrats-Chef An­dreas Jörß deutlich. Allein der Umsatz habe sich von 85 Millionen Euro im Jahr 2009 auf 150 Millionen Euro im Jahr 2018 gesteigert. Ein Grund dafür seien unter anderem eine Reihe von zertifizierten Kompetenzzentren wie zum Beispiel das Brust-, Darmkrebs- oder Prostatakrebszentrum, die gemeinsam mit den medizinischen Fachbereichen auf den Weg gebracht worden seien. Diese hätten für Standards auf hoher Qualität gesorgt und zu einem stetigen Anstieg der Patientenzahlen geführt. Diesen Prozess wolle man kontinuierlich fortsetzen, Moormann sei dafür der richtige Mann.

„Mehr als ein Job“

Moormann habe es zudem geschafft, Entscheidungen im wirtschaftlichen und medizinischen Bereich für die Mitarbeiter des Hauses so transparent zu machen, sodass sie von diesen mitgetragen werden, sagt Mädge. „Alle ziehen an einem Strang, damit das Haus in kommunaler Trägerschaft bleibt.“ Von der wiederum profitiert die Klinik, denn Umsatzrenditen müssen nicht an Gesellschafter wie bei Privat-Konzernen abgegeben werden, sondern das Geld kann in die Zukunftsentwicklung investiert werden. Mädge: „Sehr positiv ist auch der Erweiterungsbau, der im Bestand erfolgte und in vielerlei Hinsicht eine Herausforderung war. Er ist auch Beweis dafür, dass ein kommunales Modell mit Dr. Moormann an der Spitze sehr gut funktioniert.“

Das Klinikum ist für Moormann „mehr als ein Job“. Gemeinsam mit den Mitarbeitern, dem Aufsichtsrat und Gesellschafter habe man viel geschafft und im gegenseitigen Vertrauen gestalten können. „Das schweißt zusammen. Ich werde das Klinikum auf seinem Weg in die Zukunft gern weiter begleiten.“ Dazu gehört unter anderem die Modernisierung des Bettenhauses, in dem es keine 4-Bett-Zimmer mehr geben soll.

Zentralsterilisation muss saniert werden

Hinzu kommt das Ergebnis einer Untersuchung, wonach das Klinikum allein aufgrund des demographischen Wandels und des Wachstums in der Region in den kommenden zehn Jahren etwa 110 Betten mehr braucht. Und auch die Zentralsterilisation muss saniert werden. Millionen-Projekte, die gestemmt werden müssen.

Die größte Herausforderung laut dem Klinikum-Chef ist allerdings, wie man dem Fachkräftemangel begegnen soll: „Da macht die Pflege besondere Sorge, verschärft durch die vom Gesetzgeber geforderten Pflegeuntergrenzen.“

Von Antje Schäfer

Eckdaten

Klinik in Zahlen

Die Stadt Lüneburg hält am Klinikum 94 Prozent der Anteile über die Gesundheitsholding, unter deren Dach das Klinikum firmiert, sowie 6 Prozent Direktanteile. Das Haus gehört zu den zehn größten Kliniken im Land mit:

30.500 stationären Fällen pro Jahr
50.000 ambulanten Fällen
1200 Vollzeitkräften
150 Millionen Euro Umsatz (2018)
Geplantes Jahresergebnis 2019: 1,2 Millionen Euro