Die Eisräte auf Neu Darchauer Seite fragen laut rufend Thomas von der Heiden und seinen Assistenten Stefan Beier von Rautenkranz, die sich mit der Fähre dem Ufer näherten: „Thomas wat mookt de Elv“. Links außen der Bürgermeister von Helgoland seit 2011, Jörg Singer, der Gast der Veranstaltung war. Foto: ki

Wat mookt de Elv?

Neu Darchau. „Wat mookt de Elv – was macht die Elbe?“ Acht Bürger waren es, die 1997 die Idee zur Eiswette in Darchau/Neu Darchau hatten. Längst ist die Veranstaltung zu einem echten Spektakel geworden. Musikalisch dieses Mal umrahmt von der Band „Just For Fun“. Ben Boles brachte mit seinen Liedern und seinem Gitarrenspiel die Gäste zum Mitsingen. Eine Augenweide war zudem der Auftritt einer Tanzgruppe vom NCC Neuhaus. Doch das Wichtigste: 382 Wett-Teilnehmer hatten ihren Tipp abgegeben – 27 mehr, als im Jahr zuvor. Dass die Elbe fließt, hatten im Laufe des Dezembers 258 Teilnehmer getippt, 124 Wetter vermuteten, der Strom sei zugefroren. Letztere lagen falsch, wie das fachmännische Urteil der „Eisräte“ Thomas von der Heiden und Stefan Beier von Rautenkranz am Sonnabend eindeutig belegte.

Bis Ende Dezember konnte gewettet werden, ob am letzten Sonnabend im Januar „de Elv geiht“ oder ob „de Elv steiht“. Der Wetteinsatz hatte sich nicht verteuert, er lag bei der Gründung bei 20 Mark und beträgt nun aktuell zehn Euro. Eine Besonderheit ist, dass die, die mit ihrem Tipp richtig lagen, zum Eiswetten-Essen zusätzlich einen Glühwein bekamen und im Laufe des Nachmittags eine Urkunde mit der Ernennung zum Eisheiligen.

Ein Pinguin als Maskottchen

Neu gestaltet ist das Emblem auf der Urkunde – und nicht nur das. Willi Krüger hat mit seiner in Mosambik weilenden Tochter Tina via Internet einen großen Pinguin konzipiert und fertigen lassen. Stolz präsentierten sich jetzt die Eisräte mit dem Maskottchen. Es wird künftig die Eiswett-Teilnehmer begrüßen.

Gemächlichen Schrittes ging der Eisrat am Sonnabendmorgen an den Fähranleger Neu Darchau, als sich die Fähre Tanja langsam mit den Eisräten Thomas von der Heiden und seinem Assistenten Stephan Beier von Rautenkranz näherte. Pünktlich um 11 Uhr sollte die Wette, wenn der Wecker von Eisrat Henning Bodendieck klingelt, aufgelöst werden. Um 11.06 Uhr war es dann soweit: Laut rufend richteten sie die Frage an Thomas von der Heiden auf der Fähre „Thomas wat mookt de Elv“? Der prüfte mit dem Regenschirm, keine Eisscholle weit und breit, ruhig floss die Elbe dahin. „Wall sull ick seggen, de Fähr holt ower, de Lüt sein froh, weil man keen Frost har, denn is datt so, kein Is to seihn, nich weit un breit, drum jeder weihs, de Elv de geiht“, kam die launige Antwort des Prüfers. Gemeinsam gingen die Eisräte dann mit über zweihundert Wettern zum Göpelhaus zum traditionellen Eiswetten-Essen. Die Freiwillige Feuerwehr des Ortes übernahm die Einlasskontrolle. Das war auch gut so, denn es drängelte sich doch arg. Erst nach dem Zeigen der Tippkarte erfolgte der Einlass. Dafür dankte der Eisrat den Brandschützern besonders.

„Wir können ohne Übertreibung sagen, dass wir gut zusammengewachsen sind“, begrüßte Eisrat Jörg Neben unter großem Beifall 250 Gäste im Göpelhaus und besonders den Bürgermeister von Helgoland Jörg Singer, der als Gast der Veranstaltung beiwohnte.

Launig informierte Neben über die Geschichte der Insel Helgoland als Schmuggler-, Gauner- und Händlerhochburg zwischen dem Festland, England und Helgoland. Auf die Geschichte ging auch Bürgermeister Singer mit munteren Worten in seiner Grußbotschaft ein.

Überschuss geht an Jugendgruppen

Glück hatte die Eiswette-Gesellschaft auch mit der Lokalität: Denn das Göpelhaus öffnet unter neuer Bewirtung offiziell erst wieder am 3. Februar. Rechtzeitig für die Eiswette wurden aber die Umbauarbeiten abgeschlossen, sodass dort jetzt schon wieder ausgiebig gefeiert werden konnte. Den neuen Betreibern überreichten die Eisräte Willi Krüger und Jörg Neben eine gerahmte Gründungs-Urkunde von der Eiswette, die Krüger gemeinsam mit dem jüngsten Eisrat Max Hinneberg aufhängte.

Am 1. Advent wird der Überschuss aus der Eiswette an Jugendgruppen übergeben, ab 12 Uhr kann dann wieder bis zum Jahresende getippt werden, ob die Elbe am 25. Januar kommenden Jahres fließt oder zugefroren ist.

Von Gudrun Kiriczi