Donnerstag , 22. Oktober 2020
Die Stadt als Ganzes im Blick haben soll das Stadtentwicklungskonzept für Lüneburg.

Braunschweig soll Vorbild sein

Lüneburg. Wie soll Lüneburg künftig aussehen? Wie kann die Stadt den demografischen, wirtschaftlichen und ökologischen Herausforderungen begegnen? Antworten auf diese und ähnliche Fragen soll ein Stadtentwicklungskonzept geben. Der Rat hatte sich bereits im Herbst 2017 dafür ausgesprochen, nun soll es langsam konkret werden. Die Fraktionsvorsitzenden und die Verwaltung haben sich auf einen Fahrplan verständigt, heißt es jetzt in einer Pressemitteilung der Stadt. „Ziel ist es, bis 2020 die Leitgedanken zu benennen, den Zeitplan festzustecken und die personellen sowie finanziellen Voraussetzungen zu schaffen“, wird Oberbürgermeister Ulrich Mädge darin zitiert.

Weiter heißt es: Generell gehe es bei integrierten Stadtentwicklungskonzepten darum, nachhaltige und vor allem lokal abgestimmte Lösungen für die Herausforderungen der Zukunft zu schaffen. Um eine praktikable und bezahlbare Lösung für Lüneburg zu finden, hat die Verwaltung mehrere Stadtentwicklungskonzepte anderer Städte verglichen. Gemeinsam sei allen, dass sie die verschiedenen für die Entwicklung einer Stadt relevanten Fachplanungen zusammenführen – vom Bauen über den Bereich Verkehr und ÖPNV bis hin zu den Themen Gesundheit, Bildung, Ökologie und Klimawandel, erläutert Lüneburgs Stadtplaner Tobias Neumann. Ein ebenfalls entscheidendes Merkmal sei die Bürgerbeteiligung in einem moderierten Öffentlichkeitsverfahren.

Auf Ideen aus dem Projekt Zukunftsstadt zurückgreifen

Orientieren will sich Lüneburg auch am jüngst in Braunschweig erarbeiteten Stadtentwicklungskonzept, darin waren sich Fraktionen und Verwaltung einig. Einigkeit bestand auch darin, dass man nichts überstürzen dürfe. „Gründlichkeit muss hier vor Schnelligkeit gehen“, erklärt Klaus-Dieter Salewski die Position der SPD-Fraktion. Wolf von Nordheim (Grüne) betont: „Wichtiger ist es, dass wir darauf achten, alle mit ins Boot zu holen.“ Dem stimmt Birte Schellmann (FDP) zu, betont aber zugleich, dass auf dem Weg andere Planungen in der Stadt nicht blockiert werden dürften. CDU-Fraktionsvorsitzender Rainer Mencke weist daraufhin, dass man bei den Planungen auch die Kosten im Blick behalten müsse.

Als möglichen Zeitplan skizziert die Runde für 2019 den Beginn der Grundlagenermittlung: dabei gehe es darum, zu prüfen, welche Konzepte und Gutachten aus den Fachbereichen bereits vorliegen oder in Planung sind. Birte Schellmann betont: „Hier können wir auf viele Untersuchungen und die großartige Vorarbeit zur Zukunftsstadt 2030+ zurückgreifen und so die Kosten reduzieren.“ Das Projekt Zukunftsstadt Lüneburg 2030+ werde eine zentrale Rolle bei der Erarbeitung des Stadtentwicklungskonzepts einnehmen.

Kosten von 300.000 Euro in den ersten beiden Jahren

Geplant ist zudem, noch in diesem Jahr mit einer Auftaktveranstaltung die Entwicklung des Lüneburger Leitbildes zu starten – unter Beteiligung der Bürger. Bis Ende 2020 könnten dann die Schwerpunktziele entwickelt werden.
Unklar ist noch, was das Ganze kostet. Braunschweig habe 2 Millionen Euro ausgegeben – inklusive Personalkosten und Kosten für alle notwendigen Gutachten. Lüneburg müsse natürlich darunterliegen, günstig werde es allerdings nicht, macht Mädge klar. „Wir rechnen damit, dass wir für die ersten Schritte bis 2020 rund 300.0000 Euro benötigen.“

Im Februar soll der Rat einen entsprechenden Beschluss fassen, damit das Geld auch langfristig in den Haushalt eingestellt wird. lz