Donnerstag , 22. Oktober 2020
Im Herzen des Naturparks Lüneburger Heide liegt das etwa 23.400 Hektar große Naturschutzgebiet Lüneburger Heide (auch Naturschutzpark genannt). Dieses war bis Februar 2007 mit dem Naturpark Lüneburger Heide identisch und bildete einen der kleinsten Naturparke in Deutschland. Im Februar 2007 wurde der Naturpark um das Vierfache seiner Fläche erweitert und umfasst nun über 107.000 Hektar. Foto: Naturpark

Der Naturpark als Bildungsregion

Winsen/Lüneburg. „Man liebt nur was man kennt, und man schützt nur was man liebt“, sagte einst der Naturforscher Konrad Lorenz. Dieser Erkenntnis folgend agiert auch der Naturpark Lüneburger Heide. Bislang standen vor allem die Förderung des naturnahen Tourismus sowie der Erhalt von Umwelt und Landschaft im Fokus der regionalen Organisation, getragen von Kommunen, Verbänden und Institutionen. Doch immer mehr spielt auch das Thema Bildung eine wichtige Rolle für den Naturpark, der sich von Buchholz in der Nordheide bis vor die Tore der Stadt Lüneburg erstreckt. Derzeit biegt Simon Hagmann, Projektleiter bei der Naturpark-Geschäftsstelle in Winsen/Luhe, auf die Zielgerade ein bei der Erarbeitung eines regionalen Bildungskonzepts.

Die Bandbreite des entstehenden Strategiepapiers umfasst nicht nur Angebote für Schulen, sondern reicht über die Jugendarbeit bis hin zur Erwachsenenbildung. Bis Herbst 2019 soll das Planwerk des Naturparks Lüneburger Heide stehen. Es soll die Weichen für die nächsten zehn Jahre stellen, als konzeptionelle Grundlage beispielsweise für die Umsetzung neuer Bildungsformate.

„Bildung für nachhaltige Entwicklung“

Unter der Überschrift „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE) hatte das Land Niedersachsen dem Naturpark Lüneburger Heide bereits Ende 2016 zugesagt, die Erstellung des BNE-Plans zu unterstützen mit 50 Prozent der förderfähigen Gesamtkosten in Höhe von rund 180.000 Euro. Der Förderzeitraum läuft noch bis Ende August 2019. Projektleiter Simon Hagmann hat seit Projektstart nach eigenen Angaben zahlreiche Gespräche geführt, Netzwerktreffen organisiert und Pilotmaßnahmen ausgewertet. Ziel sei es, „die ganze Region an unserem Naturpark-Plan zu beteiligen“, sagt Hagmann. Im Frühjahr soll ein regionales Treffen stattfinden, bei dem alle interessierten Bildungsträger ihre Ideen miteinbringen können. Dabei sollen auch bereits laufende Teilprojekte fortgeführt werden.

2018 hatte der Naturpark Lüneburger Heide einen Info-Flyer aufgelegt, der unter der Überschrift „Außerschulische Lernorte“ 13 Stationen aus den Bereichen „Klima & Ökologie“, „Handwerk & Kulturlandschaft“ und „Naturerleben & Kunst“ nennt. Das gibt schon eine erste Idee, welche Akteure an dem BNE-Plan mitwirken können und sollen. In der Auflistung befinden sich beispielsweise das Waldpädagogikzentrum Lüneburger Heide der Niedersächsischen Landesforsten in Schneverdingen, die VNP-Stiftung Naturschutzpark Lüneburger Heide, das Regionale Umweltbildungszentrum der Alfred-Toepfer-Akademie für Naturschutz bis hin zum NaturCampus Bockum.

Fördermittel über das Land beantragt

Ein wichtiger Baustein ist das bereits vom Naturpark initiierte Projekt „Naturpark-Schule“. Die ersten, die diesen Titel tragen sind die Grundschule Sprötze-Telde sowie die Grund- und Oberschule Neuenkirchen. Ab April wird auch die Oberschule Hanstedt in den Kreis aufgenommen, in dem die Schulen in Kooperation mit dem Naturpark Lerninhalte zu Umwelt und Nachhaltigkeit umsetzen. Das spielt auch beim entstehenden BNE-Plan eine wichtige Rolle. Hagmann sagt: „Die Schulen können Keimzellen sein, um neue Bildungsprojekte mit anderen Partnern in der Region zu erproben.“

Neben den erhofften Impulsen von außen hat der Verein Naturparkregion Lüneburger Heide auch eigene Projektideen für den angestrebten Maßnahmenkatalog. Dabei geht es beispielsweise auch um die Aus- und Fortbildung von Gästeführern oder den Ausbau des jährlichen Naturpark-Tags zu einer regionsweiten Aktionswoche zur Pflege der Kulturlandschaft. Für die Umsetzung des BNE-Naturparkplans hat der Trägerverein bereits weitere Fördermittel über das Land beantragt in einer Größenordnung von rund einer halben Million Euro.

Von Dennis Thomas