Sonntag , 27. September 2020
Spektakuläre Wellen forderten die Schwimmer beim Neujahrsschwimmen in der Elbe vor Lauenburg, die Begleitboote tauchten auf und ab. Foto: tja

Der Kampf gegen die Wellen

Lauenburg. An der See hätte man von ordentlicher Brandung gesprochen – an der Elbe war es einfach nur kräftiger Wellenschlag. Bis zu einen Meter hohe Wellen forderten am Neujahrstag vor Lauenburg die Rettungsschwimmer der Deutschen-Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), die sich zum traditionellen Neujahrsschwimmen in die Elbe gewagt hatten.

„Wegen der starken Wellen haben wir auch nur die erfahrenen Schwimmer ins Wasser gelassen“, berichtete Silke Lassmann, die stellvertretende Vorsitzende der DLRG Büchen. Acht Schwimmer, die dabei sein wollten, mussten am Ufer bleiben. Darunter auch Lauenburgs Bürgermeister Andreas Thiede. „Ich hatte protestiert, aber keine Chance“, sagte er. „Seit ich hier Bürgermeister bin, schwimme ich an Neujahr mit, jetzt muss ich wohl zuhause in den Gartenteich hüpfen“, so Thiede.

Dabei waren die Wellen wirklich spektakulär. Der starke Westwind türmte das Wasser auf, die drei Begleitboote der DLRG sprangen auf und tauchten ab.

Zahlreiche Schaulustige

Von einem Rettungsschwimmer angeführt und mit Leinen verbunden stiegen die Ehrenamtlichen am Rufer-Platz ins Wasser und machten sich auf den Weg 800 Meter elbabwärts zum Bootshaus am Kuhgrund. Am Elbuferwanderweg beobachteten zahlreiche Schaulustige bei lausigem Wind das Spektakel der zehn Schwimmer, mit dem die Helfer der DLRG ihre Einsatzbereitschaft bei Wind und Wetter unter Beweis stellen. Zum Aufwärmen gab es hinterher Glühwein und Erbsensuppe für Schwimmer wie Gäste am Bootshaus.

In Lauenburg steht die DLRG derweil nicht nur für Wasserrettung – auch an Land helfen die Ehrenamtlichen und die Mitarbeiter der Rettungswache. 2018 wurden 2600 Einsätze für die Abteilung Rettungsdienst registriert, 1080 waren Notfalleinsätze. Die Ehrenamtlichen leisteten zusätzlich 28.000 Stunden Dienst, etwa zur Absicherung von Veranstaltungen oder bei der Schwimmausbildung. DLRG-Mitglied Norbert Brackmann, auch Vorsitzender des Haupt- und Innenausschusses des Kreistags, hofft, dass bald auch trotz eines Streits mit den Krankenkassen die neue Rettungswache an der Lütauer Chaussee in Dienst gehen kann. „Es darf halt nur nicht teurer werden als das, was die Kassen genehmigt hatten“, so Brackmann, der da zuversichtlich ist. Im April sollen die entsprechenden Kostenvergleiche vorliegen. „Der Kreis hat entschieden, wie er es möchte“, sagt Brackmann, der dann auch eine Zustimmung der Kassen erwartet.

Von Timo Jann