Donnerstag , 22. Oktober 2020
Damit die Silvesterparty nicht mit einer Katastrophe endet, ist es notwendig, sämtliche Sicherheitsvorschriften beim Gebrauch von Böllern einzuhalten. (Foto: Fotolia)

Damit das Feuerwerk nicht zum Albtraum wird

Lüneburg. Damit das Silvesterfeuerwerk ein schönes Erlebnis zum Abschluss des Jahres bleibt und nicht mit Verletzungen und Verbrennungen endet, bitten Polizei und Feuerwehr, die Vorschriften für den Verkauf und das Abbrennen von Feuerwerkskörpern zu beachten. Durch Unachtsamkeit und leichtsinniges Hantieren, zum Teil auch unter Alkoholeinfluss, haben Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei an Silvester traditionell Hochbetrieb. In der Lüneburger Innenstadt ist das Böllern verboten (LZ berichtete).

Prüf-Siegel von Bundesanstalt

Nicht nur beim Feuerwerk um Mitternacht, sondern auch bei der Silvesterparty in den eigenen vier Wänden kann schnell ein Brand entstehen. Besonders beliebt bei der Party daheim ist das funkensprühende Tischfeuerwerk. Beim Abbrennen muss jedoch darauf geachtet werden, dass das „Highlight“ des Abends auf einer feuerfesten Unterlage steht. Außerdem: „Unbedingt auf die richtige Sicherheitsklassifizierung achten und das Feuerwerk vor leicht entzündlichen Materialien wie beispielsweise Girlanden und Luftschlangen fernhalten“, warnen Experten der Feuerwehr.

Nicht zugelassene und gefälschte Feuerwerkskörper gelangen zunehmend durch illegale Einfuhr nach Deutschland. Zu kurze Zündschnüre oder eine mangelhafte Verarbeitung sind nur einige Gründe für die Gefährlichkeit der Billigware. Generell sollte nur Feuerwerk mit der Zulassung von der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) gekauft werden. Die auf dem Feuerwerkskörper aufgedruckte „BAM-Zulassungsnummer“ und eine seriöse Bedienungsanleitung zeichnen ein sicheres Feuerwerk aus. Tüftler sollten auf „Basteleien“ verzichten, denn das Hantieren mit Schwarzpulver ist hochgefährlich.

Raketen nie auf Menschen richten

Beim Abfeuern gilt: Feuerwerkskörper nie auf Menschen richten, Raketen und Böller immer im Freien und niemals aus der Hand abbrennen. Außerdem dürfen Raketen grundsätzlich nur senkrecht und aus sicheren Behältern abfeuert werden, wie etwa aus leeren Flaschen im Getränkekasten. Sie dürfen niemals in geschlossenen Räumen gezündet werden. Falls Feuerwerkskörper einmal versagen, sollte man niemals versuchen, sie erneut zu zünden. Blindgänger lieber liegen lassen und zur Sicherheit mit einem Wassereimer löschen.
Neben Verbrennungen ist die zweithäufigste Verletzung beim Feuerwerk der Hörschaden. Diese Gefahr wird häufig unterschätzt, da der Schaden wegen der kurzen Dauer des Geräusches oft nicht als schmerzhaft empfunden wird. Doch explodierende Feuerwerkskörper erreichen in einem Umkreis von zwei Metern einen Lärmpegel von bis zu 160 Dezibel im Spitzenwert. Zu den längerfristigen Schäden zählen irreparable Hörschäden wie Knalltraumata, Trommelfellperforation oder Hörstürze (Tinnitus).

Auch zum Umgang mit Leuchtmunition aus Schreckschusswaffen gibt es wichtige Tipps: Das Verschießen von pyrotechnischer Munition aus erwerbserlaubnisfreien Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen ist vom eigenen eingezäunten Grundstück ohne eine waffenrechtliche Erlaubnis zulässig. Dies gilt allerdings nur dann, wenn es den Vorgaben der Verwendungssicherheit entspricht, also Schießen senkrecht nach oben und nicht in der Nähe von leicht brennbaren Objekten. Seit dem 1. Mai 2009 ist die Nutzung von Himmelslaternen, hiermit sind unbemannte Heißluftballone aus Reispapier gemeint, untersagt.

Sicherheitstipps

▶ Auf Balkonen und Terrassen sollten leicht entflammbare Gegenstände weggestellt, Fenster und Türen geschlossen werden.
▶ Feuerwerk nicht in geschlossenen Räumen verwenden. Auf Sicherheitsabstand zu Menschen, Autos und Gebäuden achten. Raketen aus großen Flaschen, die in Kästen stehen, starten.
▶ Blindgänger niemals noch einmal anzünden.
▶ Feuerwerk darf nur vom 31. Dezember bis 1. Januar abgebrannt, pyrotechnische Munition mit Schreckschuss- und Signalwaffen vom 31.12., 15 Uhr, bis 1.1., 5 Uhr, verschossen werden.
▶ Besonders gefährlich – und daher verboten – sind nicht zugelassene oder selbstgebaute Knallkörper.

Böllerverbot

▶ In der Innenstadt und auf dem Kalkberg ist das Abbrennen von Feuerwerk an Silvester und Neujahr verboten. Darunter fallen Kleinfeuerwerke der Kategorie 2 wie Feuerwerksbatterien, Knallkörper und Leuchtfeuerwerke. Weitere Infos auf www.hansestadtlueneburg.de/feuerwerksverbot im Netz.

lz