Dienstag , 29. September 2020
Gisela Plaschka gibt die Geschäfte ab dem 1. Januar 2019 an ihren Sohn Karl-Peter Plaschka ab, der neuer Inhaber des Autohauses wird. (Foto: bau)

Wechsel am Steuerrad bei Plaschka

Amelinghausen. Der 1. Januar 2019 ist für das Autohaus Plaschka ein besonderer Tag. Zum Jahreswechsel übernimmt der 28-jährige Karl-Peter Plaschka als alleiniger Gesellschafter das mittelständische Unternehmen mit seinen drei Standorten Amelinghausen, Lüneburg und Winsen/Luhe. Er wird damit in dritter Generation den am 1. März 1950 gegründeten Familienbetrieb leiten.

Familienbetrieb wurde 1950 gegründet

Karl-Peter Plaschka sitzt in seinem Büro im Skoda-Zelt auf dem Betriebsgelände am Stammsitz an der Lüneburger Straße 22 in Amelinghausen. Von hier aus kann er die Unternehmensbereiche samt der zum Verkauf stehenden Neu- und Gebrauchtwagen von Volkswagen, Audi oder Skoda sehen. „Was seit bald sieben Jahrzehnten gemeinsam von Geschäftsführung und Mitarbeitern geschaffen worden ist, ist schon enorm“, sagt er anerkennend. Die große Verantwortung, die ab dem 1. Januar 2019 auf seinen Schultern liegen wird, ist ihm bewusst. Er fühlt sich aber bestens gewappnet und freut sich auf seine Aufgabe.

Seit dem Tod seines Vaters haben seine Mutter Gisela als Inhaberin und Hartmut Imort als Geschäftsführer das Autohaus erfolgreich geleitet. Sie haben in den vergangenen acht Jahren wichtige Maßnahmen zur Weiterentwicklung des Autohauses realisiert. Daran anknüpfen will Karl-Peter Plaschka. Er übernimmt als alleiniger Inhaber die Geschäftsführung von Hartmut Imort, der aber im Unternehmen bleiben wird.

Bodenständigkeit und neue Ideen

„Der Name Plaschka wird weiterhin für Bodenständigkeit und Verantwortungsbewusstsein gegenüber Mitarbeitern und Kunden stehen“, sagt er und ergänzt direkt: „Aber natürlich wird es auch Veränderungen und neue Ideen geben, die ein Geschäftsführerwechsel immer mit sich bringt.“ Sein Großvater und Firmengründer Hubert Plaschka hatte den Betrieb 40 Jahre lang geleitet, ehe 1990 sein Vater als alleiniger Gesellschafter die Verantwortung übernahm. In diesem Jahr wurde Karl-Peter Plaschka geboren – zufällig am Tag des 40-jährigen Bestehens der Firma. Als Kind und Jugendlicher bekam er das Leben zwischen Fahrzeugen, Motoren und Benzin hautnah mit. Allerdings, so sagt er, hat er sich als Teenager kaum für Autos interessiert. Nur sporadisch half er mal im Betrieb aus – „um das Taschengeld aufzubessern“.

Er überlegte, ob er in seinem Berufsleben etwas anderes machen sollte als den scheinbar vorgegebenen familiären Weg. „Ich hatte auch Interesse an Geschichte oder Archäologie.“
Letztlich begann er nach dem Abitur, Betriebswirtschaftslehre an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Mannheim zu studieren. Während dieser Zeit starb sein Vater plötzlich im Alter von 52 Jahren. Ein Schock, eine Zäsur. „Damals waren wir gerade dabei, mit unserem 2001 in Lüneburg gegründeten Skoda-Autohaus an die Hamburger Straße umzuziehen und dort neu zu bauen“, erinnert sich Karl-Peter Plaschka. Mit vereinten Kräften, unter der Führung des vom Prokuristen zum Geschäftsführer beförderten Hartmut Imort und Gisela Plaschka als neuer Inhaberin, wurde das Großprojekt trotz des Schicksalsschlages für die Familie und das Unternehmen erfolgreich umgesetzt. „Das war schon eine großartige Leistung.“

Bei VW auf Herz und Nieren getestet

Mit 22 Jahren hatte Karl-Peter Plaschka seinen Bachelor in der Tasche. Doch das reichte ihm nicht. Mit der Note 1,5 machte er seinen Master im Management-Studium für kleine und mittelständische Unternehmen in Stralsund. Ab 2015 stieg er in den Betrieb in Amelinghausen ein und wurde zunächst – wie er mit einem Lächeln sagt – „in einer Ecke geparkt und kaum beachtet“. Eine Situation, die er genutzt hat, um in allen Bereichen Erfahrungen zu sammeln und ein Gefühl für sein zukünftiges Unternehmen mit seinen rund 130 Mitarbeitern zu bekommen.

Doch auch freiwillige Teilnahmen am Assessment Center für Führungskräfte des Volkswagenkonzerns gehörten dazu. „Da wird man auf Herz und Nieren getestet, ob man das Zeug zum Geschäftsführer hat“, sagt er. Beweisen muss er es jetzt als neuer Chef.

Von Marcel Baukloh