Dienstag , 22. September 2020
Im Mai hatte das Quartiersfest Am Weißen Turm regen Zulauf von Anwohnern und anderen interessierten Bürgern. Foto: A/t&w

Die Stadtteile stärken

Lüneburg. Tun wir die richtigen Dinge? Und vor allem: Tun wir die Dinge richtig? Um Antworten auf diese Fragen zu finden, hat Bildungsdezernentin Pia Steinrücke jetzt im Jugendhilfeausschuss des Rates angekündigt, dass die stadtteilorientierte Arbeit zunächst evaluiert und dann entsprechend weiterentwickelt werden soll. So ginge es zum Beispiel darum, zu erfahren, ob die Angebote in den Quartieren auch den Bedarf der Bewohner ansprechen und ob sie wirksam sind. „Es gibt in jedem Stadtteil Personen, die wir nicht so gut erreichen. Deshalb möchten wir mehr aufsuchende Elemente schaffen und so das Zugehörigkeitsgefühl stärken“, sagt sie.

Die Kinder- und Jugendhilfe der Hansestadt orientiert sich an den Stadtteilen, das ist daran zu erkennen, dass etwa die Arbeitsplätze des Allgemeinen Sozialdienstes (ASD) überwiegend in den Stadtteilhäusern angesiedelt sind. Sechs Mitarbeiter haben für das Stadtteilmanagement zusätzliche Personalstunden. Steinrücke: „ Sechs bis acht Stunden sind dafür aber viel zu wenig. Wir möchten die Anteile dauerhaft erhöhen.“ Es sei wichtig, dauerhafte Ansprechpartner in den Quartieren zu haben.

Ein Arbeitskreis wird eingerichtet

Der gesamte Prozess wird sich voraussichtlich über zwei Jahre erstrecken, die Bürger sollen intensiv beteiligt werden, heißt es. Zudem wird ein Arbeitskreis eingerichtet, besetzt mit Leitungs- und Fachkräften aus allen Bereichen. Er soll ab Februar 2019 jeden Monat tagen. Bis Ende des nächsten Jahres sollen die Ziele und Maßnahmen evaluiert, Bestand und Bedarf erfasst werden. Dann soll ein übergreifendes Rahmenkonzept erstellt werden. „Dann gehen wir in die Ausschüsse“, kündigt Steinrücke an. Prozesse, die neu etabliert werden müssen, oder veränderte Maßnahmen sollen dann bis Ende 2020 erprobt, im Jahr darauf in die Regelstrukturen implementiert werden. Die Dezernentin weist auch darauf hin, dass für die Evaluation unter anderem auf personelle Unterstützung aus dem Projekt „Zukunftsstadt Lüneburg 2030+“ zurückgegriffen werden kann. „Bei der Beantragung haben wir auch die Stadtteilarbeit platziert. Deshalb können wir auch hieraus voraussichtlich Ressourcen gewinnen.“ ap