Freitag , 18. September 2020
Foto: A/t&w

Das Böllerverbot geht in die zweite Runde

Lüneburg. Durchweg positive Erfahrungen haben die Hansestadt Lüneburg, Polizei und der Umweltverband BUND mit dem Böllerverbot gemacht, das erstmals beim vergangenen Jahreswechsel galt. Auch in diesem Jahr ist an Silvester und Neujahr das Abbrennen von Feuerwerkskörpern im Bereich der Innenstadt sowie auf dem Kalkberg verboten. Damit es auch eingehalten wird, werden wieder bestimmte Vorkehrungen getroffen.

Feuergefahr in der Altstadt

Wie berichtet, hat der Rat der Stadt im Dezember 2017 einer entsprechenden Verfügung zugestimmt. Gründe dafür waren die schützenswürdigen und denkmalgeschützten Häuser in der Altstadt, wo sich durch die enge Bebauung ein Feuer schnell ausbreiten kann. Außerdem sei es an zentralen Plätzen der Innenstadt in den Vorjahren zu gefährlichen Situationen gekommen, weil Feuerwerkskörper in die Menschenmenge geschossen worden seien, machten Joachim Bodendieck, Bereichsleiter Ordnung bei der Stadt, und Roland Brauer, stellvertretender Dienststellenleiter der Polizeiinspektion Lüneburg, am Mittwoch beim Termin am Fuße des Kalkbergs deutlich. Das als Naturschutzgebiet ausgewiesene Areal ist besonders schützenswürdig wegen der dort vorkommenden Tiere. „Inbesondere wegen der Fledermäuse, die an der Westwand ihren Winterschlaf halten. Durch das Abbrennen von Feuerwerk werden sie geweckt und finden in dieser Jahreszeit kein Futter“, erläutert Sibylle Wickbold vom BUND Lüneburg.

Verbot hat sich bewährt

Im vergangenen Jahr begrüßten rund 250 Bürger das neue Jahr auf dem Kalkberg. „Es war eine absolut friedliche Atmosphäre, und wir mussten am Neujahrstag auch keinen Müll aufsammeln“, resümiert das BUND-Mitglied. Auch in der Innenstadt hätten sich die Bürger an das Verbot gehalten, sagt Brauer und Bodendieck ergänzt: „Das Verbot hat sich nicht nur bewährt, sondern wir haben auch viele positive Rückmeldungen von Bürgern bekommen.“

Mitarbeiter des Ordnungsamtes kontrollieren gemeinsam mit der Polizei die Gebiete, in denen das Verbot gilt. Damit die Silvesterruhe am Kalkberg eingehalten wird, ist dort die Sicherheitsfirma Compact Security im Auftrag der Stadt mit vier Leuten (erkennbar mit Firmenlogo und Dienstausweis) im Einsatz. Ein Ehrenamtlicher des BUND will außerdem am Fuße des Aufgangs informieren. Besucher, die Feuerwerkskörper dabei haben, können diese am Haupteingang vom Kalkberg zwischenzeitlich abgeben. Dafür wird eine Kiste bereit stehen. Diese können dann später von den Besuchern wieder abgeholt werden.

Böllerverbot macht Schule

Um Bürger der Stadt und Auswärtige rechtzeitig auf das Böllerverbot aufmerksam zu machen, „werden wir 25 Verbotsschilder an Einfahrtstraßen und zentralen Plätzen des Innenstadt aufstellen“, kündigt Dennis Lauterschlag vom Bereich Ordnung an. Außerdem werden Flyer in der Silvesternacht verteilt, die zeigen, wo das Böllerverbot an beiden Tagen gilt: Und zwar von der Schießgrabenstraße bis inklusive Kalkberg und vom Liebesgrund bis zum Clamartpark. Eine Übersicht der Straßen ist auf der Internetseite der Stadt unter www.hansestadtlueneburg.de/feuerwerksverbot abrufbar.

Lüneburg ist übrigens nicht die einzige Stadt, die auf feuerwerksfreie Zonen setzt. Neben Göttingen, Goslar und Duderstadt verbietet auch Hannover in diesem Jahr erstmals das Böllern auf zentralen Innenstadtplätzen.

Nachgefragt

Geldbußen drohen

Fragen und Antworten der Stadt zum Feuerwerksverbot, das Silvester und Neujahr gilt:

Welche Böller, Raketen und andere Feuerwerkskörper sind verboten?
Alle Kleinfeuerwerke, das umfasst alle pyrotechnischen Gegenstände der Kategorie F 2. Darunter fallen zum Beispiel Feuerwerksbatterien, Einzelraketen, Schwärmer, Knallkörper und Leuchtfeuerwerke. Ob ein Feuerwerk in die Kategorie F 2 fällt, muss auf der Verpackung beim Kauf gekennzeichnet sein. Kleinstfeuerwerke der Kategorie F 1 wie zum Beispiel Wunderkerzen und Tischfeuerwerke, die auch in Gebäuden gezündet werden dürfen, sind erlaubt, allerdings mit Rücksicht auf die Natur und den Müll.

Gelten für den Kalkberg und die Innenstadt die gleichen Regeln?
Ja, in beiden Bereichen ist das Zünden von Feuerwerkskörpern der Kategorie F 2 gleichermaßen verboten.

Wie wird das Verbot durchgesetzt? Was passiert bei Missachtung des Verbots?
Das Ziel der Kontrollen ist von Seiten der Hansestadt in erster Linie zu informieren und auf die Gefahren durch das Abbrennen von Feuerwerk in den Gebieten hinzuweisen. Bei einer Missachtung des Verbots droht eine Geldbuße in Höhe von bis zu 50.000 Euro. Außerdem kann die Person des Platzes verwiesen werden.

Gibt es alternative Flächen, wo man stattdessen Feuerwerk zünden kann?
In den Gebieten außerhalb des geschützten Bereiches, zum Beispiel am Handwerkerplatz, am Reichenbachplatz Nord und im Bereich am Parkplatz Sülzwiesen ist das Abbrennen von Feuerwerkskörpern der Kategorie F 2 erlaubt.

Rechtliche Grundlage für das Feuerwerksverbot ist die Allgemeinverfügung der Hansestadt Lüneburg zum Verbot des Abbrennens von pyrotechnischen Gegenständen der Klasse 2 (Feuerwerkskörper), zu finden unter www.hansestadtlueneburg.de/feuerwerksverbot im Internet.

Von Antje Schäfer