Donnerstag , 1. Oktober 2020
Erst in diesem Jahr eröffnet worden ist die neue Kita in Barendorf. Sie ist Vorbild für den geplanten Neubau in Hohnstorf. Foto: t&w

Kritik an Kindergartenbau

Hohnstorf/Elbe. Uneins sind sich die politischen Lager in Hohns­torf über den geplanten Neubau von Kindergarten und Krippe: Als überdimensioniert und zu teuer kritisiert die SPD-Fraktion die Pläne, Bürgermeister André Feit (CDU) findet Größe und Kosten bedarfsgerecht und zukunftsfähig.

Im Februar 2017 beschloss der Rat mehrheitlich den Kita-Neubau nahe dem Feuerwehrhaus an der Elbuferstraße. Inzwischen liegt ein erster Entwurf vor. Es sollen Räume für eine Krippengruppe mit 15 Kindern und drei Kindergartengruppen für insgesamt 75 Mädchen und Jungen entstehen. Die Kostenkalkulation liegt bei rund zwei Millionen Euro. Parkplatz und Zufahrt kommen noch obendrauf.

„Die Raumaufteilung ist auf den ersten Blick gut durchdacht, weitere Planer wurden bezüglich des dauerhaft feuchten Bodens auf dem Grundstück als Experten hinzugezogen, und es wäre sicherlich optisch ein Prestigeobjekt für unser schönes Hohns­torf“, sagt die SPD-Fraktionsvorsitzende Bettina Kühnast. Allerdings meint sie, das Vorhaben sei zu groß angelegt.

„Wir werden nur das bauen, was gesetzlich vorgeschrieben ist“

Der derzeitige Kindergarten hat aktuell eine Krippengruppe für 15 und zweieinhalb Kindergartengruppen für 60 Kinder. „Diese Plätze sind derzeit nicht vollständig belegt und voraussichtlich auch im nächsten Kindergartenjahr nicht“, begründet sie ihre Kritik. Die Folge sei, dass die Gemeinde am wirklichen Bedarf vorbei, somit zu groß und teuer plane. Dass der aktuelle Kindergarten zu klein sei, darüber herrsche Einigkeit. Aber: Das Verhältnis zwischen Ausgaben und gewonnenem Mehrwert stimme nicht, so Kühnast.

Das sieht der Bürgermeister anders. „Wir werden nur das bauen, was gesetzlich vorgeschrieben ist“, sagt André Feit. Eine zeitlich bis 2020 begrenzte Ausnahmeregelung der Landesschulbehörde sorgt ihm zufolge nur dafür, dass der Betrieb am momentanen Standort Dorfstraße mit insgesamt vier Gruppenräumen für Kindergarten und Krippe ohne einen Bewegungsraum laufen kann. „Dieser wurde nämlich in einen Gruppenraum umgewandelt. Das einzige, das wir im Neubau im Vergleich zum jetzigen Gebäude somit draufsatteln, ist der rechtlich vorgeschriebene Bewegungsraum in einer Größe von 68 Quadratmetern.

Hohnstorf ist attraktiv für junge Familien

Zusätzlich soll eine rund 33 Quadratmeter große Mensa entstehen, weil wir regelmäßig 40 bis 50 Kinder mit Mittagessen versorgen müssen“, erläutert Feit. Kleiner als aktuell geplant, sollte der Bewegungsraum, für den ohnehin eine gesetzliche Mindestgröße von 50 Quadratmetern vorgeschrieben ist, nicht sein, meint er. „Damit er flexibel genutzt werden kann, etwa auch als Aula.“ In der könne außerhalb der Betreuungszeiten etwa die plattdeutsche Theatergruppe des Elbeortes proben und Auftritte veranstalten.

„Im Übrigen haben wir Luft nach oben, weil der Betreuungsbedarf über die Regelzeit hinaus am Nachmittag voraussichtlich größer wird.“ Auch sei Hohnstorf attraktiv für junge Familien, sodass der Bedarf an Betreuungsplätzen steigen werde, ist Feit sicher. „Der Neubau ist nicht überdimensioniert und bleibt im finanziellen Rahmen. Wir als kleine Gemeinde kommen der gesellschaftspolitischen Aufgabe der Kinderbetreuung nach.“

Während die politischen Lager diskutieren, feilen die Planer um den Architekten Rainer von der Born an den Details des Raumkonzeptes. Ziel ist es, den Entwurf so weit zu entwickeln, dass der Rat Anfang kommenden Jahres über die Baugenehmigung abstimmen kann.

Von Stefan Bohlmann