Sonntag , 20. September 2020
Zahlreiche Autos sind von militanten Gegnern des G20-Gipfels im Sommer 2017 in Hamburg angezündet worden. (Foto: Feuerwehr)

Razzia im Moorfeld

Lüneburg. Die Hamburger Ermittlungsgruppe 181 „Schwarzer Block“ hat am Dienstag mit Unterstützung der Polizei Niedersachsen die Wohnung eines 25 Jahre alten Lüneburgers durchsucht. Er gehört zu den Verdächtigen, die im Zusammenhang mit dem G20-Gipfel im Juli 2017 in Hamburg Straftaten begangen haben sollen. Das bestätigt die ermittelnde Staatsanwaltschaft Hamburg. Die Beamten standen nach 6 Uhr an der Tür des Hauses an der Chamissostraße im Lüneburger Stadtteil Moorfeld.

Sechs Wohnungen durchsucht

Laut dem Sprecher der Anklagebehörde wurden bei der Razzia insgesamt sechs Wohnungen von fünf Männern und einer Frau im Alter von 19 bis 30 Jahren durchsucht. Neben der Wohnung in Lüneburg gab es die vom Amtsgericht Hamburg angeordneten Durchsuchungen in Wohnungen in den Hamburger Stadtteilen Alsterdorf, Altona, Bergedorf, Othmarschen und St. Georg. Den Tatverdächtigen werden schwerer Landfriedensbruch, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, tätlicher Angriff auf Vollstreckungsbeamte und Körperverletzungsdelikte vorgeworfen.

Supermärkte geplündert?

Die Pressesprecherin der Hamburger Polizei, Heike Uhde, sagt: „Die Beschuldigten sollen im Rahmen des G20-Gipfels Polizeikräfte mit Glasflaschen, Steinen, Holzlatten und einem Fahrrad beworfen und Supermärkte geplündert haben. Die sechs von den Durchsuchungsmaßnahmen betroffenen Personen konnten durch intensive Ermittlungen, akribische Auswertung des der SoKo Schwarzer Block vorliegenden umfangreichen Bild- und Videomaterials, die polizeiinterne Fahndung und die Öffentlichkeitsfahndungen identifiziert werden.“

Bei den Durchsuchungen sind laut Heike Uhde Beweismittel und Betäubungsmittel sichergestellt worden, um was für Beweise es sich handelt, verriet sie aber nicht.

Von Rainer Schubert