Samstag , 31. Oktober 2020
Schauten sich schon intensiv in St. Johannis um: Dr. Dorothea Noordveld-Lorenz und Dr. Diederik Noordveld. (Foto: be)

Premiere für ein Paar

Lüneburg. „Ich habe mein Herz in Heidelberg verloren“, sagt Pastor Dr. Diederik Noordveld. An der Theologischen Fakultät der dortigen Universität wirkte er als Studienleiter am Ökumenischen Institut. Dorothea Lorenz war damals Studentin und Hilfskraft. Gefunkt hat es 2004, vor zehn Jahren heiratete das Paar. Nun geht es eine neue Herausforderung an: Dr. Diederik Noordveld und Dr. Dorothea Noordveld-Lorenz werden sich erstmals eine Pfarrstelle in der Johannis-Kirche teilen. Nachdem der Stadtrat, der das Patronat über St. Johannis hat, im Einvernehmen mit dem Kirchenvorstand einstimmig für das Paar votierte, stand nun in der Johannis-Kirche die Aufstellungspredigt an.

Seine neue Stelle tritt das Duo, das mit den beiden zwei und fünf Jahre alten Töchtern nach Lüneburg zieht, aber noch nicht sofort an. Der Pastor begründet: „Wir sind startbereit, aber das Pfarrhaus muss noch renoviert werden. Anfangen werden wir im Februar oder März.“ Er freut sich, dass seine Partnerin „nicht nur meine Ehefrau und die Mutter meiner Kinder, sondern jetzt auch meine Kollegin ist“. Und das Paar freut sich, in einer lebendigen Gemeinde wirken zu dürfen: „Wir haben hier bereits angenehme Gespräche geführt. Der Kirchenvorstand ist offen und präsentiert viele eigene Ideen. Und viele Ehrenamtliche sorgen hier dafür, dass alles funktioniert.“

Hannoveranerin durch und durch

Der 40-Jährige ist Niederländer, wurde in Groningen geboren und absolvierte dort sein Theologiestudium: „Danach wollte ich einen Neuanfang, ging nach Heidelberg und wollte dort nur ein halbes Jahr bleiben.“ Er lernte seine Frau kennen, es wurden sieben Jahre. Danach ging es über eine Zwischenstation in Berlin für zwei Jahre als Vikar nach Hannover-Groß-Buchholz. Die vergangenen viereinhalb Jahre war er Pastor in der Klostergemeinde Wienhausen im Kreis Celle.

Die 38-Jährige ist Hannoveranerin „durch und durch“, wie sie sagt: „Theologie studierte ich in Heidelberg, in St. Andrews in Schottland – zeitgleich studierte dort Prinz William – und in London.“ Anschließend ging es zurück nach Heidelberg, wo sie ihr Examen machte. Danach arbeitete sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Humboldt-Universität zu Berlin, promovierte dort, absolvierte ihr Vikariat in Hannover und war zuletzt Pastorin in Celle.

Fasziniert von der Schönheit Lüneburgs

Das Paar ist fasziniert von der Schönheit Lüneburgs und den Freizeitangeboten. Noch hat es ein Theater-Abo in Hannover, bald wird es wohl häufiger im Lüneburger Theater zu sehen sein. Wenn sich die Hansestadt bald in ihrem festlichen Adventgewand präsentiert, werden beide mit ihren Töchtern wohl mehrfach hier zu Besuch sein.

Dr. Dorothea Noordveld-Lorenz ist begeistert von ihrem neuen Wirkungsfeld: „St. Johannis ist ein ganz besonderer Ort.“ Ihr Ehemann ergänzt: „Es gibt in Niedersachsen nicht viele Kirchen, die eine Gemeinde- und City-Kirchen-Arbeit mit einem solch großen Kulturangebot wie etwa mit der Kirchenmusik leisten. Und es ist toll, in einem so guten Team wie hier arbeiten zu können.“

Von Rainer Schubert