Donnerstag , 1. Oktober 2020
Schaffen Platz für die Heidefläche am Hambörn in Südergellersen (v.l.): Annette Kammeier, Anne Agge, Heike Wolfrath, Wolfgang Böhn­ke und Jürgen Kaiser sowie weitere Mitstreiter. (Foto: dth)

Fleißige Helfer pflegen die Schönheiten der Region

Südergellersen/Soderstorf/Barn­stedt. Die Sehenswürdigkeiten der Lüneburger Heide halten sich nicht von alleine in Schuss: Deshalb griffen am vergangenen Sonnabend rund 400 Naturbegeisterte kollektiv zu Werkzeugen und Gartengeräten, um zwischen Schneverdingen und Südergellersen beispielsweise Heide- und Moorflächen zu ent-
29 kusseln sowie Bodendenkmäler und Wanderwege von Vegetation zu befreien. Insgesamt 27 Gruppen beteiligten sich an den verschiedenen Mitmachaktionen anlässlich des bereits achten Naturpark-Tags des Naturparks Lüneburger Heide.

Einige Gruppen nutzten den Aktionstag zudem für eigene Umwelt- und Landschaftspflegemaßnahmen. „Sie alle leisten einen wichtigen Beitrag, dass wir in einer Region leben können, in der andere gerne Urlaub machen“, sagte Hilke Feddersen, Geschäftsführerin des Naturparkvereins.

Im Südergellerser Naherholungsgebiet Hambörn verknüpfte Ralf Neumann den Naturpark-Tag einen Tag zuvor mit einem Motorsägenkursus. Der ehrenamtliche Umweltbeauftragte der Samtgemeinde Gellersen koordinierte die Entnahme von insgesamt rund 20 Bäumen, zumeist hohen Kiefern. Am Sonnabend packte ein gutes Dutzend Helfer aus der Südergellerser Dorfgemeinschaft mit an, um weiteres Strauchwerk zu entfernen, damit die Besenheide auf dem Fleckchen neben Köhlerhütte und Schafstall mehr Luft und Licht bekommt. „Wir wollen die kleine Heidefläche vergrößern“, sagt Südergellersens stellvertretende Bürgermeisterin Annette Kam­meier.

„Unsere schöne Kulturlandschaft fällt nicht vom Himmel.“ – Eckhard Pols, Schirmherr

Auch Eckhard Pols half in Südergellersen eifrig mit. Der Lüneburger hatte mit zwei anderen Bundestagsabgeordneten der Region die Schirmherrschaft für den Naturpark-Tag übernommen. Pols: „Dieser Tag fördert das Bewusstsein bei den Menschen, dass unsere schöne Kulturlandschaft nicht vom Himmel fällt, sondern wir sie gemeinsam pflegen müssen.“

So sieht das auch die Reservistenkameradschaft Salzhausen-Soderstorf. Die Männer um den Salzhäuser Jürgen Meinberg schnitten Heide und Sträucher in der Soderstorfer Nekropole zurecht, damit die Steine des Jahrtausende alten Gräberfeldes wieder zur Geltung kommen. Dabei trugen sie eine besondere Arbeitskleidung: Tarnfleck. Thomas Jornitz scherzte: „Wenn hier einer von uns hinfällt, findest du den so schnell nicht wieder.“

Frisch ans Werk ging beispielsweise auch der Verein Vicus in Barnstedt. Unter Anleitung des Experten André Dierßen kümmerte sich eine Gruppe Barnstedter um den Rückschnitt der Obstbäume entlang eines Rundweges. Teilnehmerin Renate Rohde sagte: „Hier tut man nicht nur was für die Landschaft, sondern lernt auch noch etwas dabei.“

Von Dennis Thomas