Sonntag , 25. Oktober 2020
Der Blick von oben auf den Gefahrenbereich: Rechts entsteht die Kita, der Verkehr auf der geraden Strecke daneben soll gebremst werden. Foto: be

Tempo 30 vor neuer Kita

Lüneburg. Anfang kommenden Jahres soll die Kita am Ochtmisser Kirchsteig öffnen. Die Einrichtung liegt an einer vielbefahrenen Straße. Um in dem Bereich für mehr Sicherheit zu sorgen, wird die Stadt dort eine Tempo-30-Zone einrichten und eine Fußgängerampel aufstellen. Außerdem wird überlegt, ob der Radweg dort eventuell verschwenkt wird. Verkehrsdezernent Markus Moßmann erklärte das im Rat der Stadt zu einer Anfrage der Jamaika-Gruppe.

Die Gruppe wollte wissen, ob sich eine Tempo-30-Zone einrichten lasse, obwohl die Ortseingangsschilder von Lüneburg und Ochtmissen südlich und nördlich der Kita liegen? Bisher lautet dort die Geschwindigkeitsbegrenzung Tempo 50. Durch die Bebauung entlang der Strecke seien der Stadtteil Kreideberg sowie die Ortschaft Ochtmissen inzwischen näher zusammengerückt, sagte Moßmann. Aufgrund dessen sollten die beiden Ortsschilder entfernt und durch weiße Ortsteiltafeln ersetzt werden. Damit handele es sich dann um eine geschlossene Ortschaft, was wiederum gemäß der Vorschriften zur Straßenverkehrsordnung ermögliche, das Tempo vor Kita- und Krippeneinrichtungen auf maximal 30 km/h zu begrenzen. Die Verwaltung beabsichtige daher, nach Entfernung der Ortstafeln in dem Bereich auf 300 Metern Länge die Höchstgeschwindigkeit zu reduzieren, verbunden mit dem Zusatzschild „Kindergarten“. Die Beschränkung soll für die Zeit des Kita-Betriebs montags bis freitags von 7 bis 17 Uhr gelten.

Zebrastreifen bietet nicht genügend Sicherheit

Damit Eltern und Kita-Kinder die Straße sicher überqueren können, wird in Höhe der Kita eine Ampel installiert. Für die geplanten Kosten von 60.000 Euro gab der Rat mehrheitlich grünes Licht. Lisa Apking (Linke) hatte sich zuvor als Alternative für einen Zebrastreifen ausgesprochen. Der biete im Dunklen nicht genug Sicherheit, erklärte Oberbürgermeister Ulrich Mädge. Eine Querungshilfe sei an dieser Stelle ungeeignet, weil sie in den Radweg eingreife.

Die Sicherheit der Radfahrer bereitet Claudia Schmidt (Grüne) Sorgen. Viele Herder- und Christianischüler sowie Berufstätige nutzten den Radweg entlang des Ochtmisser Kirchsteigs, machte sie deutlich. Wenn nun Eltern in Höhe der Kita halten, um ihre Kinder aussteigen zu lassen, könnte das Öffnen der Autotür zu gefährlichen Situationen für Radler führen. Schmidt und Frank Soldan (FDP) wollten wissen, ob der Radweg dort ein Stück von der Fahrbahn verschwenkt werden könnte in Richtung Kita? Die Anregung nahm die Verwaltung mit sowie Soldans Hinweis, dass in dem Bereich eine Beleuchtung „zwingend notwendig“ sei. Im Verkehrsausschuss sollen diese und andere Fragen auf Wunsch der Politik weiter diskutiert werden.

Die Jamaika-Gruppe wollte zudem wissen, ob eine Bushaltestelle in die Nähe verlegt werden könnte. Die Verwaltung hält das nicht für notwendig , da sich die Haltestellen „Am Wildgehege“ und „Ebelingweg“ der Linie 5005 weniger als 300 Meter von der Kita entfernt befinden.

Zur Frage, ob es Kurzzeitplätze für Eltern auf dem Kita-Gelände geben werde, erläuterte Moßmann: Geplant seien dort ausschließlich Stellplätze für Mitarbeiter, auf der Fahrbahn vor der Einrichtung könnten aber Kurzparkzonen entstehen.

Von Antje Schäfer

Kita kostet 3,4 Millionen Euro

Stadt mietet Anlage

Bauherr der Kita am Ochtmisser Kirchsteig ist die Lüneburger Wohnungsbau (Lüwobau), sie investiert rund 3,4 Millionen Euro. Die Stadt wird die Anlage mieten. Inzwischen konnte sie Fördermittel vom Land und vom Landkreis für die Einrichtung von 45 Krippen- sowie 69 Kita-Plätzen einwerben, mit denen die Küche, Möbel, Ausstattung, Spielgeräte und Außengestaltung finanziert werden können. Dadurch verringern sich die Ausgaben der Lüwobau, was zur Folge hat, dass sich die Miete verringern wird. Da die Zuwendungen von Land und Landkreis aufgrund der kurzfristigen Umsetzung des Projekts noch nicht im Etat 2018 berücksichtigt werden konnten, musste der Rat dieser außerplanmäßigen Auszahlung zustimmen. Mehrheitlich votierten die Politiker dafür. Die Grünen stimmten dagegen. Der Grund: Die Fraktion hatte sich von Anfang an gegen den Standort ausgesprochen. Sie plädierte für einen Standort zum Beispiel am Kreideberg, damit dort Kinder und Eltern kurze Wege haben.