Mittwoch , 30. September 2020
Gut besucht: die Bäckerstraße beim verkaufsoffenen Sonntag. Foto: phs

In die Einkaufstüte geschaut

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Lüneburg. In der Bäckerstraße ist kein Durchkommen mehr: Viele nutzen den vierten und letzten Sonntag im Jahr, an dem die Geschäfte geöffnet haben. Es zieht nic ht nur Lüneburger in die Innenstadt, unterwegs sind auch Menschen aus dem Raum Uelzen, Buxtehude, Stelle und anderen Ortschaften. Bei einigen Besuchern durfte die LZ einen Blick in die Einkaufstüten werfen. Das Ergebnis: Einige können gar nicht mehr abwarten, bis die Weihnachtszeit endlich beginnt. Sie haben schon zu Deko-Artikeln und Adventskalendern gegriffen. Andere stocken ihren Kleiderschrank mit wärmerer Kleidung auf.

Umsätze auf Vorjahresniveau

Dass ein bedeckter Himmel und herbstliche Temperaturen nicht davon abhalten, das warme Wohnzimmer gegen einen Bummel einzutauschen, freut besonders Heiko Meyer, Vorsitzender des Lüneburger Citymanagements (LCM), und Mathias Schneider von der Marketing GmbH. Einen kleinen Schreck mussten die beiden schon verdauen. „Wir haben erst nur auf die Einkaufstüten geachtet und uns schon Sorgen gemacht, als wir kaum welche entdeckt haben“, sagt Meyer. Das habe sich schnell aufgeklärt: Der Trend gehe inzwischen vielmehr dazu, eigene Beutel von zu Hause mitzubringen, um keine aus Plastik kaufen zu müssen. „Das freut uns natürlich.“

Die Umsätze seien gut, etwa auf Vorjahresniveau. Und das sei wichtig. „Wir wollen das, was wir hatten, natürlich gern halten.“ Bekanntlich wird im Handel kein Tag allein betrachtet, sondern vielmehr das Paket. Und dazu gehört auch die vergangene Woche mit dem Reformationstag. „Es waren viele aus Nordrhein-Westfalen hie, die haben die Brückentage genutzt“, sagt Meyer. Den Sonnabend hebt er nochmal extra hervor. „Für das Jahr war der außergewöhnlich gut.“

Parallel zum verkaufsoffenen Sonntag veranstaltete der Reservistenverband auf dem Marktplatz den „Tag der Reservisten“, informierte über seine Arbeit. Auch das Technische Hilfswerk, die Bundeswehr, Feuerwehr und Zoll waren mit Info-Ständen vertreten. „Gerade die verkaufsoffene Sonntage sind eine gute Möglichkeit für uns, um Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben“, sagte der Kreisvorsitzende des Reservistenverbandes, Fabian Gruner. Bei den Besuchern kam aber nicht nicht nur Offenheit der Kameraden gut an, sondern auch die angebotene Erbsensuppe. Um kurz nach 14 Uhr waren die 100 Liter ausverkauft.

Was die Besucher beim verkaufsoffenen Sonntag sonst noch gekauft haben? Ein Blick in fünf verschiedene Einkaufstüten.

Drei Frauen und ein Schuh

Sie ließen die LZ in ihre Einkaufstüten schauen: Annette Volbes, Jacueline Migga und Alica Hoppe. Foto: phs

Ein Schuh, der gleich drei Frauenherzen höher schlagen lässt? Annette Volbes, Jacueline Migga und Alica Hoppe haben ihn gefunden. Sie sind gestern extra aus Stelle und Meckelfeld zum Shoppen nach Lüneburg gekommen, „weil die Stadt einfach so schön ist“, sagt Annette Volbes. Sie hatte gehofft, was Schönes zu finden. Dass sie sich allerdings in den gleichen Schuh verliebt wie ihre Schwiegertochter und ihre Stieftochter, damit habe sie nicht gerechnet. „Ein bisschen habe ich auch überlegt, ob ich solche Stiefel wirklich noch tragen kann“, verrät sie. „Doch dann dachte ich: Warum nicht?“ Gedacht, gekauft – dreimal landeten die schwarzen Stiefeletten in ihren Einkaufstüten.

In Liebe von „Opa Horst“

Charlotte, „Opa Horst“ und Carlo. Foto: phs

Eigentlich wollten Horst Gralla, Carmen Sillmann, Christof Gralla und die Kinder ja nur gemeinsam was essen gehen. Doch dann entdeckten Charlotte (8) und Carlo (5) diese Adventskalender von Playmobil, die sie schon so lange so unbedingt mal haben wollten. Welch Glück, dass „Opa Horst“ dabei war und ihnen ihren großen Wunsch nur zu gerne erfüllte. So landeten der Ponyhof-Kalender für Charlotte und der Straßenbaustellen-Kalender für Carlo in einer extra großen Einkaufstüte. Das einzige Problem dabei: Bis die Geschwister das erste Türchen öffnen dürfen, müssen sie sich noch fast vier Wochen gedulden. Glücklich sind sie trotzdem und strahlen über beide Ohren. Genau wie „Opa Horst“.

Lockruf der Fleecejacke

Birgit und Uwe Beusch. Foto: phs

Das Supersonderangebot hatten Birgit und Uwe Beusch bereits fest im Blick: eine Fleecejacke zum „hervorragenden Preis“, wie sie verraten. „Eigentlich wollten wir nur die kaufen – für meinen Mann“, erzählt Birgit Beusch. Eigentlich. Denn verlassen hat das Ehepaar aus Lüneburg das Geschäft mit zwei Herren-, zwei Damenpullovern – und natürlich der Fleecejacke. „Die Sachen waren so schön“, sagen sie, „da konnten wir einfach nicht widerstehen.“

Die verkaufsoffenen Sonntage sind für das Paar immer eine willkommene Möglichkeit, mal gemeinsam und in Ruhe zu bummeln. Denn da beide im Schichtdienst arbeiten, „ist das mit den gemeinsamen freien Stunden nicht immer ganz einfach“. Auf den Shoppingerfolg gönnten sie sich dann noch einen Teller Erbsensuppe bei den Reservisten. „Die soll ja ganz hervorragend sein“, sagen sie. Und für 2,50 Euro den Teller auch noch „ein richtiges Schnäppchen“.

In Weihnachtsstimmung

Katja Blankenhorn. Foto: phs

Verliebt hat sich Katja Blankenhorn in die erste Weihnachtsdekoration schon bei ihrem letzten Bummel durch Lüneburg vor zwei Wochen. Nun hat sie zugeschlagen und nicht nur eine Lichterkette, sondern auch einen Weihnachts- und einen Schneemann-Anhänger gekauft. Und das ist noch nicht alles. „Wir wollen noch eine beleuchtete Kirche kaufen“, sagt sie. Auch in die haben sie und ihr Mann sich schon beim letzten Mal verliebt.

Das Paar aus Ahlerstedt bei Stade kommt regelmäßig zum Bummeln nach Lüneburg, „diese kleinen Läden und Gassen“, sagt sie, „das ist einfach zu schön.“

Die Sakko-Frage

Ingelore und Hartmut Ramünke. Foto: phs

Ihr Mann sei ja eigentlich kein Sakko-Typ, verrät Ingelore Ramünke. „Aber zwei, drei, vier Exemplare braucht Mann ja nun mal trotzdem.“ Also haben sich Ingelore und Hartmut Ramünke aus Rätzlingen im Kreis Uelzen gestern auf die Suche gemacht. Mit Erfolg. Für ihn landete ein schlichtes blaues Exemplar in der Einkaufstasche. Für sie blieb die Tüte dieses Mal leer. Aber die nächste Gelegenheit kommt bestimmt.

von Anna Sprockhoff und Anna Paarmann