Mittwoch , 23. September 2020
„Hände weg vom Grüngürtel West“ ist das Motto der Bürgerinitiative, zu der Klaus Stehr (v.l.), Annegret Kühne und Wolfgang Kreider gehören. (Foto: phs)

Initiative feiert Bergfest

Lüneburg. Gut einen Monat ist es her, dass die BI Grüngürtel West mit Unterschriftensammlungen in Lüneburg und der Samtgemeinde Gellersen startete. Der Grund: Die Bürgerinitiative fordert die Sicherung des gesamten Grüngürtels West als Landschaftsschutz- und Naherholungsgebiet und dass dieser komplett von Bebauung frei gehalten wird.

Um ihr Anliegen im Rat der Stadt sowie im Rat der Samtgemeinde Gellersen vortragen zu können, müssen sie einen Einwohnerantrag stellen. Für den sind in Lüneburg etwa 2500 Unterschriften nötig, in der Samtgemeinde Gellersen rund 550 Unterschriften. „Wir können Bergfest feiern, denn wir haben jeweils etwa die Hälfte zusammen“, ziehen Annegret Kühne und Wolfgang Kreider für die BI eine Bilanz und schildern Eindrücke.

Mehr als 100 Mitglieder

Gegründet hatte sich die BI Ende August, nachdem im Frühjahr Oberbürgermeister Ulrich Mädge Pläne zur Bebauung mit Wohnen und Gewerbe auf Lüneburger und Reppenstedter Gebiet öffentlich gemacht hatte, die im Zusammenhang mit dem 3D-Campus am Uni-Standort umgesetzt werden sollen. Das sorgte für heftige Kritik, weil das den Grüngürtel West tangieren würde. Laut einem Beschluss des Stadtrates von Oktober 2014 soll der Westen der Stadt aber von Bebauung freigehalten werden. Die Umsetzung des Beschlusses wird nun unter anderem von der BI eingefordert.

Für die Unterschriftensammlung gehen Mitglieder der BI, der inzwischen mehr als 100 Bürger aus Lüneburg und Reppenstedt angehören, von Tür zu Tür. Und sie konnten dabei auch weitere Bürger gewinnen, die bei dieser Aktion mitmachen. Listen sind außerdem im Sportpark Kreideberg, im Freiraum, Geschäften und bei den Info-Ständen der BI ausgelegt.

Von Tür zu Tür

Beim Gang von Tür zu Tür haben die BI-ler folgende Eindrücke gewonnen: Manche Bürger sind zum Thema Grüngürtel West bereits gut informiert, andere noch nicht und für ein Gespräch offen. Dabei wurde deutlich, dass manche Bürger es aus ökologischen und klimatischen Gründen kritisch ansehen, wenn immer mehr Flächen für Bebauung erschlossen werden sollen. Sorgen machen die Folgen einer möglichen Bebauung wie zum Beispiel zusätzliche Verkehrs- und Lärmbelästigung, Luftverschmutzung sowie die Abschottung der Kaltluftschneise. Auf der anderen Seite gibt es aber auch Stimmen, die sagen: Es muss Wohnraum, vor allem bezahlbarer, geschaffen werden. Für Empörung sorgt bei Bürgern zudem, dass sie bisher nicht in die Planungen einbezogen wurden. Gewünscht sind Info-Veranstaltungen der Verwaltungen.

„Wohlwollende“ Resonanz

Die Resonanz bezeichnen Annegret Kühne und Wolfgang Kreider als „wohlwollend“. Die Tür vor der Nase wurde noch keinem bei der Unterschriftensammlung zugeschlagen. Etwa 70 bis 80 Prozent der Angesprochenen würden nicht nur spontan unterschreiben, sondern die Aktiven auch ermuntern, alles zu tun, damit es zur Anhörung im Rat kommt. Andere erklärten, dass sie sich erst einmal noch mit dem Thema weiter auseinandersetzen und dazu den Flyer der BI genauer studieren möchten.

Wie geht es weiter? Bei den Sonntagsspaziergängen durch den Grüngürtel West – Treffpunkt ist immer 11.30 Uhr an der Bushaltestelle Volgershall – will die BI weiter mit Bürgern und Politikern ins Gespräch kommen. Der nächste Info-Stand ist am Sonntag, 4. November, in der Bäckerstraße. In den Fachausschüssen der Räte wollen die BI-Mitglieder mittels Einwohnerfragen beim Thema Grüngürtel sowie zum Stand des Stadtentwicklungskonzeptes nachhaken. Ende November ist eine „Grüngürtel-Party“ im Kulturforum geplant, die Infos, Gespräche und Unterhaltung bieten soll.

Von Antje Schäfer