Sonntag , 27. September 2020
Feuerwehr-Einsatz an der Industriestraße: Ein merkwürdiges Gebäude aus Seecontainern und einem aufgesatteltem Trapezblechdach stand in Flammen. (Foto: tja)

Großfeuer in Lauenburg

Lauenburg. Vermutlich ein technischer Defekt an einem überhitzten Abgasrohr hat in der Nacht zum Sonntag im Lauenburger Industriegebiet einen Großbrand ausgelöst. Feuerwehrleute aus Lauenburg, Buchhorst, Lanze und Schnakenbek waren stundenlang im Einsatz. Der Bewohner des betroffenen Gebäudes und seine Freundin hatten sich unverletzt retten können. Die durch den Brand verursachte Schadenshöhe stand zunächst nicht fest. Von der Elbbrücke und aus Hohnstorf waren der Feuerschein und die starke Rauchentwicklung in der Nacht gespenstisch zu sehen.

Nach Polizeiangaben hatte der Mann gegen 1 Uhr Brandgeruch bemerkt und dann an der Holzfassade, durch die das Ofenrohr ins Freie geführt wurde, den Brand bemerkt. Das betroffene Gebäude stellte die Feuerwehr vor einige Herausforderungen. „Wir haben es hier nicht nur mit einer abgeschiedenen Lage zu tun, sondern auch mit einem kuriosen Bau. Der besteht aus mehreren Containern, wie sie in der Schifffahrt zum Warentransport eingesetzt werden, mit Zwischenräumen und einem aufgesetzten Dach“, erklärte Lauenburgs Feuerwehrchef Lars Heuer. Das Bauwerk war mit Holz verkleidet und hatte ein Dach aus Trapezblechen. Vor allem darunter wüteten die Flammen.

Zugang nur über kippelige Brücke

Mit mehreren Strahlrohren gingen die Feuerwehrleute zum Löschen vor. Von der Industriestraße führte ihr Weg über eine Wiese. „Das war nur aufgrund der langen Trockenheit möglich, sonst hätten wir hier nicht vorfahren können“, so Heuer. Den Feuerwehrleuten war das eigentlich hinter Bauschuttbergen und Büschen verborgene Objekt ohnehin nur bekannt, weil sie vor einigen Wochen den Rettungsdienst bei der Rettung einer Frau unterstützen mussten. Von der Wiese führt nur eine kippelige Brücke über einen Graben zum Gebäude. Und die war jetzt auch noch durch den ersten Bodenfrost gefährlich vereist. Vorsorglich stand für die Feuerwehrleute ein Rettungswagen bereit.

Die Löschwasserversorgung musste über mehrere Hundert Meter Entfernung vom Klärwerk aus aufgebaut werden. Wegen der starken Rauchentwicklung während der Löscharbeiten mussten sich die Feuerwehrleute am Brandherd durch Atemschutzgeräte schützen. Mühsam musste das Trapezblech geöffnet werden, um darunter verborgene Brandnester ablöschen zu können. Erst am frühen Morgen konnten die Feuerwehrleute ihren Einsatz beenden. Der Mann und seine Freundin kamen nach Polizeiangaben erstmal in der Wohnung der Frau unter. tja