Montag , 26. Oktober 2020
Erstmals war des ASB-Wünschewagen jetzt im Kreis Lüneburg im Einsatz. Foto: ASB

Noch einmal an die Elbe

Lüneburg. Christian Klinge ist 52 Jahre alt. Er hat Krebs im Endstadium und wird bald sterben. Die Ärzte vermuten, dass er nur noch wenige Wochen oder Monate zu leben hat. Einmal wollte er noch an die Elbe – in ein besonderes Café, in dem er in der Vergangenheit häufiger an seinem Geburtstag weilte. Mit dem Wünschewagen des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) wurde das jetzt möglich.

„Letzte Wünsche wagen“ – das ermöglicht seit 2017 der ASB-Wünschewagen in Niedersachsen. Dabei handelt es sich um ein „rein ehrenamtlich getragenes und ausschließlich aus Spenden finanziertes Projekt“, innerhalb dessen Menschen in ihrer letzten Lebensphase ein besonderer Herzenswunsch erfüllt wird. Der Wagen fährt sie gemeinsam mit ihren Familien und Freunden noch einmal an ihren Lieblingsort. Mehr als 80 Fahrten hat der Wünschewagen bereits hinter sich, erstmals war das jetzt in Lüneburg der Fall.

Im Café warteten seine Freunde.

Christian Klinges Freunde hatten die Idee mit dem Wünschewagen. Ein Team aus drei ehrenamtlichen Sanitätern holte ihn zu Hause ab. Begleitet wurde er außerdem von seiner Ehefrau. In dem speziellen Krankentransportwagen konnte er bequem liegen. So ging die Fahrt mit der Fähre über die Elbe in die Gegend bei Neu Darchau.

Im Café warteten seine Freunde. Gemeinsam verbrachten alle einen schönen Tag. „Die Stimmung war gut. Es gab viele Freudentränen. Meine Situation ist schon seit längerem bekannt. Emotional war es trotzdem“, zitiert der ASB in einer Mitteilung Christian Klinge. Schwach, aber glücklich, bedankte er sich bei den ASB´lern, dass sie einen seiner letzten Wünsche noch einmal möglich gemacht haben. lz

Mehr über das Projekt gibt es unter www.wuenschewagen.de im Internet.