Samstag , 26. September 2020
1200 Tonnen Streusalz können in der neuen Halle gelagert werden. Zum Beladen der Einsatzfahrzeuge steht nun ein Silo bereit. Foto: be

Bereit für Schnee und Eis

Lüneburg. „Der Winter naht“, so lauten nicht nur die ewig warnenden Worte des Königshauses Stark aus dem Fantasy-Epos „Game of Thrones“.

Die Erwartung des nächsten Winters und all seiner Herausforderungen treibt auch die Straßenmeisterei Lüneburg regelmäßig um. Der Betrieb der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr sieht sich für die anstehende Wintersaison aber gut gerüstet. Jetzt wurde offiziell die neue Winterdienstanlage auf dem Lüneburger Betriebsgelände an der Lüner Rennbahn eingeweiht und übergeben. In der neuen Lagerhalle nebst Abfüllsilo können bis zu 1200 Tonnen Streusalz gelagert und auf die Einsatzfahrzeuge verladen werden.

1,7 Millionen Euro hat der Bau der neuen Winterdienstanlage gekostet. Die Halle, eine Kons­truktion aus Lärchenholz, verfügt über ein elektrisches Windschutztor mit einer Höhe von neun Metern. So können selbst große Lkw, 40-Tonner, rückwärts in die Halle reinfahren und das Streugut direkt drinnen abladen. Bei der alten Halle konnten die Transporter das Salz quasi nur halb auf die Türschwelle kippen und das Schüttgut musste dann mit Maschinen aufwendig hineingeschoben werden. Der Neubau war notwendig geworden, da die Standsicherheit der alten Halle, Baujahr 1974, gefährdet war. Und das Fassungsvermögen von 400 Tonnen Salz war auch irgendwann zu klein.

Ein Getreidelager diente als Übergangslösung

Bis zum Bau der neuen Halle an der B209 in Lüneburg war die Straßenmeisterei mit ihrem Streusalzlager seit Ende 2012 nach Embsen ausgewichen, hatte dort ein Getreidelagerhaus angemietet.

Die Organisation des Neubaus für die Straßenverkehrsbehörde des Landes hatte 2013 das Staatliche Baumanagement Lüneburger Heide mit Sitz in Munster übernommen. Der öffentliche Dienstleister für Landes- und Bundesbehörden kümmert sich grundsätzlich um Hochbauten von Seminar- und Verwaltungsgebäuden über Labore und Großküchen bis hin zu Sportanlagen oder Panzerwaschanlagen. 2016 wurden die Ausschreibungen für die neue Winterdienstanlage freigegen.

Um das Jahresbudget der Straßenbehörde nicht zu sprengen, wurde die Winterdienstanlage in drei Bauabschnitte gestückelt. Neben der Halle gehört ein Verladesilo mit 200 Tonnen Fassungsvermögen dazu. Und eine Anlage zur Herstellung von Sole. Die Sole wird beim Streuen gegen Glatteis zusammen mit dem Streusalz auf die Straße gebracht, damit das Salz nicht so schnell weggeweht wird und besser auf der Fahrbahn haften bleibt. In großen Tanks zwischen Silo und Halle können ständig rund 80.000 Liter Sole bereitgehalten werden.

Ein Handgriff, und das Salz donnert in den Wagen

Den symbolischen Schlüssel für die Winterdienstanlage überreichte am Freitag Michael Brassel, Leitender Baudirektor des Staatlichen Baumanagements, an Dirk Möller, Leiter des Lüneburger Geschäftsbereichs der Landesbehörde für Straßenbau- und Verkehr. Möller freute sich insbesondere für seine Kollegen der Straßenmeisterei, „die bei entsprechender Witterungslage im Winter ab 2,3 Uhr auf dem Lkw sitzen, damit wir am Morgen auf dem Weg zur Arbeit gute Straßenverhältnisse vorfinden“. Denn die neue Winterdienstanlage bringe wesentliche Erleichterung im Arbeitsablauf mit sich.

Eine Erleichterung allein ist schon, dass die Streuwagen nicht mehr mit Radladern befüllt werden müssen. Stattdessen werden die Wagen unter dem Verladesilo abgestellt, das wiederum per Förderschnecke aus der Halle aufgefüllt wird. Ein Mitarbeiter reißt dann per Hand einen Schieberegler auf – und am besten sofort wieder zu – um in Sekundenschnelle die Ladefläche mit dem Salz einzudecken, das mit Wucht aus dem Silo herunterdonnert. Der nächste Winter kann kommen.

Von Dennis Thomas

Zur Sache

Von Lüneburg bis Velgen

Dem Geschäftsbereich Lüneburg bei der Landesbehörde für Straßenbau und -verkehr sind die Straßenmeistereien in Lüneburg, Uelzen und Dannenberg zugeordnet. Die Zuständigkeit beispielsweise der Meisterei Lüneburg reicht von Lüneburg-Nord über die Ostumgehung bis zur Bundesstraße 216 kurz hinter Dahlenburg, sagt Till-Jurek Gühlke-Höfling, Leiter der Straßenmeisterei Lüneburg: „Unser südlichster Bereich geht bis zur Landesstraße 233 bei Velgen.“

Die Meisterei Lüneburg kümmert sich um insgesamt 157 Kilometer Bundesstraßen sowie um 146 Kilometer Landesstraßen, betont Till-Jurek Gühlke-Höfling.