Dienstag , 20. Oktober 2020
Nur das Ergebnis einer Befragung könnte den Fortbestand der Johannes-Rabeler-Schule für weitere Jahre sichern. Allerdings sollen gar nicht alle Eltern befragt werden. (Foto: A/t&w)

Geringe Chancen für die Förderschule

Lüneburg. Die Chancen, dass die Johannes-Rabeler-Schule noch über das Jahr 2021 hinaus eine Zukunft haben wird, sind weiter geschmolzen. Im gemeinsamen Schulgrundsatzausschuss von Stadt und Landkreis hat sich das Gremium darauf verständigt, dass nur Eltern aus dem Stadtgebiet befragt werden sollen, ob sie ihre Kinder eher auf eine Förderschule oder lieber auf eine andere Schule zum gemeinsamen Lernen mit Schülern ohne Förderbedarf schicken wollen.

Verlängerung bis 2028 möglich

Das Aus der Förderschule mit dem Schwerpunkt L ist seit 2012 beschlossene Sache. Weil die Inklusion, also die gemeinsame Beschulung von Kindern mit und ohne Förderbedarf unter den aktuellen Rahmenbedingungen aber nicht so erfolgreich läuft wie erhofft, hatte die Landesregierung die Option einer Verlängerung bis 2028 ermöglicht. Ob Lüneburg davon Gebrauch machen möchte, darüber war zuletzt eifrig gestritten worden. Auf Kreisebene gab es eine klare Mehrheit gegen die Verlängerung, in der Stadt gibt es zumindest ein Hintertürchen: Wenn genügend Eltern den Bedarf anmelden, soll die Verlängerung möglich werden.

Inklusion ohne Wenn und Aber

Im Schulgrundsatzausschuss, der unter Ausschluss der Öffentlichkeit tagt, habe der Kreis deutlich gemacht, dass er als Schulträger an seiner Position zum Auslaufen der Förderschulen L festhalten will, heißt es aus der Pressestelle der Stadt. Das bedeutet: Inklusion ohne Wenn und Aber. Er will keinen Antrag auf Fortführung stellen und auch keine speziellen Lerngruppen für Schüler mit entsprechendem Förderbedarf einrichten. Die vom Landkreis getragene Schule an der Schaperdrift hat also definitiv keine dauerhafte Zukunft.

Winziger Hoffnungsschimmer

Für die Johannes-Rabeler-Schule neben der Johanniskirche, bei der die Stadt Träger ist, gibt es noch einen winzigen Hoffnungsschimmer. Wie vom städtischen Schulausschuss beschlossen, sollen Eltern von Grundschülern befragt werden, um den Bedarf in den nächsten vier Jahren zu ermitteln. Mindestens 13 Kinder mit dem Förderbedarf Lernen müssten pro Jahrgang zusammenkommen, um stets eine neue 5. Klasse zu bilden. Doch weil die Kreispolitik hart bleibt und auch die Stadt sich lediglich für ihre eigenen Schüler verantworlich fühlt, sollen Eltern aus dem übrigen Kreisgebiet gar nicht erst befragt werden. Also müssen diese 13 Kinder pro Jahrgang allein aus dem Stadtgebiet kommen.

Die Verwaltung wolle die entsprechenden Fragebögen in Kürze an die Eltern versenden, heißt es von der Pressestelle.

Von Alexander Hempelmann