Dienstag , 29. September 2020
Thorsten Morgendahl (v.l.) in der Uniform der Queens German Legion, Renate Cordes (Schatzmeisterin des Museumsvereins), Vereinsvorsitzender Wolfgang Prause und der stellvertretende Landrat Norbert Thiemann vor dem erneuerten Diorama. Foto: ki

Der Heimat ein Denkmal

Dahlenburg. Das Diorama von 1953, das Szenen der Göhrdeschlacht visuell nachstellt, bleibt eine Sehenswürdigkeit im Heimatmuseum. Es wurde quasi generalüberholt und vom Obergeschoss ins Erdgeschoss verlegt. Jetzt lud der Museumsverein zur offiziellen Einweihung des neuen Dioramas ein. „Wir wollen damit allen danken, die uns drei Jahre bei der Neuausrichtung des Museums begleitet und unterstützt haben“, sagte der Vorsitzende des Dahlenburger Museumsverein, Wolfgang Prause, bei einer Feierstunde. Das Heimatmuseum kann nunmehr ganzjährig öffnen und nicht mehr nur sechs Monate im Jahr.

Bei der Neuausrichtung besonders im Fokus stand das Anfang der 1950-Jahre geschaffene Diorama mit einer für die damalige Zeit tollen Technik. „Nachdem der Holzboden marode geworden war, standen wir vor der Frage: Was machen wir? Denn so war es nicht mehr brauchbar“, sagte Prause und informierte ausführlich wie in einem aufwendigen Verfahren eine Berliner Fachfirma, die auch für die Technik des Lüneburger Museum tätig ist, das Diorama in eine neue Glasvitrine ins Parterre geschafft hat. Die Originaltechnik wurde gerettet und auf den neuesten Stand gebracht. Finanziell wurde das durch eine Erbschaft von 75.000 Euro an das Museum und durch weitere Sponsoren ermöglicht.

Kapelle bietet Ruhe, die Geschichte wirken zu lassen

„Das Heimatmuseum erweckt die Geschichte zum Leben“, ging der stellvertretende Landrat Norbert Thiemann auf die vor mehr als 200 Jahren bewegte Göhrdeschlacht in der Elbtalaue ein, bei der am 16. September 1813 auf der Steinker Höhe mehr als tausend Soldaten ihr Leben verloren, als Napoleons Truppen und die Alliierten aufeinandertrafen. „Dass die Göhrdeschlacht nicht in Vergessenheit geriet und bis heute die Menschen fasziniert, ist auch das Verdienst des Museumsverein“, ist Thiemann sicher und erinnerte an die Nachstellung der Schlacht alle zwei Jahre.

„Hier in der Laurentiuskapelle finden Besucher die Ruhe, die Geschichte auf sich wirken zu lassen. Mit der Neuausrichtung des Museums hat der Verein einen Schritt in die Moderne gemacht“, lobte Thiemann, das sei auch eine große Chance, Schulklassen und viele andere Besucher nach Dahlenburg zu locken, um Geschichte zum Anfassen zu erleben. Der Landkreis Lüneburg hat 30.000 Euro zu den hohen Kosten beigesteuert. Thiemann dankte allen die mit der Neugestaltung des Heimatmuseums ein kulturelles Highlight im östlichen Landkreis geschaffen haben. „Sie sorgen dafür, dass unsere Region reich ist und reich bleibt.“

Schusterstube ist ein wichtiges Element

„Mit den ausgestellten Gegenständen wollen wir den Bezug zum Ort und seiner Umgebung herstellen“, sagte Dahlenburgs Bürgermeisterin Christine Haut. Es sei dem Verein gelungen, der Heimat ein Denkmal zu setzen, dafür zollte sie ihm Anerkennung. Haut ging auf den 1911 gegründeten Museumsverein im Gasthaus Fraas und das damals in der Grundschule eingerichtete Museum ein. Initiator war Lehrer Baumgarten aus Gienau, der schon 1871 angefangen hatte, Altertümer zu sammeln. Sie erinnerte auch an Adolf Detjen, der entscheidend das Museum aufgebaut und bis 1968 verwaltet hat.

Auf die bedeutende geschichtliche Epoche der Neuzeit ging der stellvertretende Samtgemeindebürgermeister Franz-Josef Kamp ein, er sieht Dahlenburg als einen kleinen Teil der Deutschen Geschichte, der auch eine Verpflichtung bedeutet. Er lobte die Akribie, mit der Prause Projekte anpackt und sich bis zur Verwirklichung einsetzt.

Ein wichtiges Element der Neuausrichtung sei auch die Schusterstube, darauf wies Renate Cordes, Schatzmeisterin des Museumsvereins, hin. Sie erinnerte an die Ausstellungstafeln und die Referate von Henry Makowski. Cordes ehrte den 91-Jährigen mit einem Präsent. Musikalisch umrahmt wurde die Feierstunde von Robin Isabel Funke.

Von Gudrun Kiriczi